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Hülkenberg: "Adrian hätte ein Cockpit verdient"

02. Februar 2012 - 20:23 Uhr

Nico Hülkenberg ist einer der wenigen Piloten abseits der großen Teams, die ohne eigenes Geld ein Cockpit ergattern konnten und hat Mitgefühl für Adrian Sutil

Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg sitzt nach einem Jahr als Ersatzpilot wieder in einem Stammcockpit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Force India hat sich zur Saison 2012 neu aufgestellt. Anstelle des langjährigen Stammfahrers Adrian Sutil greift in diesem Jahr Nico Hülkenberg an der Seite von Paul di Resta ins Lenkrad. Hülkenberg stand in der vergangenen Saison beim indischen Team als Ersatzfahrer im Dienst und wurde im Dezember offiziell als Sutil-Nachfolger bestätigt. Die bisherige Rolle Hülkenbergs im Team rund um Vijay Mallya übernimmt ab sofort Ferrari-Nachwuchspilot Jules Bianchi.

Die Tatsache, dass er den Weg zurück ins Stammcockpit ohne tatkräftige Mithilfe eines großen Sponsors geschafft hat, macht Hülkenberg stolz und nachdenklich zugleich. "Ich bin einer der wenigen Fahrer in der Formel 1, die kein Geld mitbringen müssen", sagt er gegenüber 'Sport Bild' und hält in diesem Zusammenhang fest: "Dass viele gestandene Piloten noch ohne Cockpit dastehen, zeigt, wie brutal der Sport ist." Die so genannten "Paydriver" sind speziell bei den kleinen Teams ein allgegenwärtiges Thema, was aufstrebenden Nachwuchspiloten naturgemäß ein Dorn im Auge ist.

Für seine zweite Saison als Stammfahrer in der Formel 1 hat sich Hülkenberg, der in der Saison 2010 bei Williams sein Debüt gab, viel vorgenommen. "Am Ende des Jahres will ich mir keine Sorgen um ein Cockpit für 2013 machen müssen", stellt er heraus und unterstreicht damit seinen Anspruch auf Top-Ergebnisse. Schließlich ist "Platz fünf in der Konstrukteurs-WM das erklärte Ziel des Teams", wie der Deutsche betont. Im Vorjahr verpasste Force India den fünften Gesamtrang lediglich um vier WM-Punkte.

In Person von Paul di Resta erwartet Hülkenberg in der bevorstehenden Saison starke Konkurrenz im eigenen Lager. Der Schotte lieferte in seiner Debütsaison 2011 eine überzeugende Vorstellung ab und plant, darauf aufzubauen. Dessen ist sich auch der neue Stammfahrer im Team bewusst. "Paul war schon 2011 in seiner ersten Saison sehr gut, er wird 2012 noch stärker sein", glaubt Hülkenberg. Ungeachtet dessen steht für ihn eines fest: "Den Teamkollegen will man immer schlagen, weil er der Referenzpunkt im gleichen Auto ist."

Mitgefühl hat Hülkenberg mit dem bisherigen Force-India-Stammfahrer Adrian Sutil, dessen Cockpit er übernommen hat und der nicht zuletzt aufgrund des am Dienstag dieser Woche zu Ende gegangenen Gerichtsprozesses in diesem Jahr ohne Stammcockpit in der Formel 1 dasteht. "Adrian hätte definitiv ein Cockpit verdient - mehr als einige andere aktuelle Stammfahrer", sagt Hülkenberg und versichert mit Blick auf die Tatsache, dass er seinen Landsmann bei Force India ablöste: "Es gibt überhaupt kein böses Blut zwischen uns, und wir verstehen uns nach wie vor super."

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