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Button: "Wir hoffen in einer guten Position zu sein"

01. Februar 2012 - 14:41 Uhr

Jenson Button geht mit einem guten Gefühl in die ersten Testfahrten - Die Arbeit im Simulator ist für ihn ein wichtiger Bestandteil bei der Abstimmung das Auto

Jenson Button
Jenson Button freut sich bereits auf die neue Rennstrecke in Austin
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Du hast ja bereits erwähnt, dass das Verbot des auspuffangeströmten Diffusors der größte Einschnitt war. Wird sich dadurch auch der Fahrstil verändern?"

Jenson Button: "Wir verlieren natürlich Abtrieb, an der Hinterachse mehr als vorne. Wir versuchen natürlich, das auszugleichen. Das Gefühl im Auto ist gut. Wir müssen anders mit der Aerodynamik arbeiten. Es kommt mehr auf die Basis-Aerodynamik des Autos an als noch 2011."

Frage: "Wie war dein Winter, wie hast du die Zeit verbracht, und hast du in der Saisonvorbereitung etwas verändert?"

Button: "Mein Winter war wirklich gut. Ich habe eine Menge Zeit auf Hawaii verbracht. Da war es schön warm, ich konnte abschalten und meine Batterien aufladen. Ich habe aber auch viel trainiert, mit Freunden und der Familie. Es war aber wie in jedem Jahr. Man verbringt ein paar Wochen im Urlaub, was zunächst großartig ist, aber nach drei oder vier Wochen beginne ich den Rennsport zu vermissen. Dann wird es Zeit, dass es wieder losgeht. Ich bin am 5. Januar zurückgekehrt und habe seitdem viel Zeit im Simulator verbracht. Ich habe mich wieder an den Alltag eines Rennfahrers gewöhnt und viel Zeit hier in der Fabrik verbracht. Alles in allem war es toll, ich hatte eine gute Auszeit und bin nun bereit für den Saisonauftakt."

Frage: "Die Formel 1 kehrt in diesem Jahr nach Amerika zurück. Freust du dich darüber, wieder in den USA und auf der neuen Strecke in Austin zu fahren?"

Button: "Ich bin wirklich begeistert, wieder in die Staaten zurückzukehren. Ich war noch nie in Austin, aber ich habe bisher nur Gutes über die Stadt gehört. Und was ich über die Rennstrecke und das Layout gehört habe, gefällt mir auch. Hoffentlich können wir dort eine tolle Show abliefern. Ich erinnere mich an die Rennen in Indianapolis. Das war eine gute Strecke. Aber ich glaube in Austin wurden die richtigen Schritte gemacht, um eine wirklich ordentliche Formel-1-Strecke zu bauen. Wir werden unseren Spaß haben, und hoffen auf Unterstützung durch die amerikanischen Fans."

Jenson Button, Lewis Hamilton
Die beiden McLaren-Fahrer enthüllten ihr neues Arbeitsgerät
© xpb.cc

Frage: "Auf welche Rennstrecke freust du dich am meisten? Sei es, weil ihr du zum ersten Mal dort hinkommst oder weil du in der Vergangenheit dort Erfolge gefeiert hast."

Button: "Wir lieben neue Rennstrecken und neue Herausforderungen und Layouts. Daher freue ich mich sehr auf das Rennen in Austin. Aber ich mag auch Melbourne sehr. Das ist der beste Weg, um die neue Saison zu eröffnen, nach Australien zu reisen und in Melbourne zu fahren. Die Atmosphäre ist dort immer wunderbar. Es ist aber auch ein sehr wichtiges Rennen, denn es zeigt einem, wo man im Vergleich zur Konkurrenz steht."

Frage: "Glaubst du, dass Red Bull durch die Regeländerungen einen Teil ihres Vorsprungs verloren hat und dass ihr zu ihnen aufschließen könnt? Oder siehst du dich in der Verfolgerrolle hinter Red Bull?"

Button: "Ich glaube die Red Bull werden stark sein. Sie werden nicht plötzlich ein schlechtes Auto bauen, nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren die Meisterschaft gewonnen haben. Sie werde auch 2012 unsere Hauptgegner sein. Aber wissen wir schon, wo wir stehen? Nein! Es ist wichtig, dass wir uns weiterhin auf unsere Arbeit konzentrieren. Während der Testwochen vor dem ersten Rennen müssen wir unser Bestes geben, und dann werden wir sehen, wie gut wir sind. Aber jetzt können wir noch keine Vergleiche mit der Konkurrenz ziehen."

Frage: "Wie denkst du über die neue Überhol-Regel, vor allem darüber, dass man nur einmal die Seite wechseln darf?"

Button: "Das ist für uns keine wirklich neue Regel. Es gab in den vergangenen beiden Saisons schon eine Absprache unter den Fahrern."

Frage: "Du hast ja erwähnt, dass du im Moment noch nicht einschätzen kannst, wo ihr im Vergleich zur Konkurrenz steht. Wann bekommt dafür ein erstes Gespür? Passiert das schon beim ersten Mal, wenn du im Wagen sitzt, oder brauchst du dafür ein paar Tests?"

Button: "Im vergangenen Jahr hatte ich beim ersten Test das Gefühl, dass wir überhaupt kein Rennen gewinnen würden. Man bekommt beim ersten Test schon einen guten Eindruck. Aber auf dieses Gefühl kann man sich beim ersten Rennen nicht verlassen. Aber es ist schwierig. Vor allem wenn sich die Regeln ändern, fällt es schwer einzuschätzen, wo man wirklich steht. Du erledigst deine Arbeit zusammen mit dem Team so gut wie möglich und versuchst aus den Möglichkeiten das Beste herauszuholen. Aber das Ergebnis sieht man erst beim ersten Rennen. Selbst im Training am Freitag vor dem Rennen weißt du noch nicht, wo du stehst."

MP4-27
Im Gegensatz zum Caterham hat der MP4-27 eine glatte Nase
© xpb.cc

"Erst in der Qualifikation findest du heraus, wie gut du im Vergleich zu deinen Mitbewerbern bist. Aber die Atmosphäre im Team ist gut. Wir hoffen in einer guten Position zu sein, wenn wir das Auto zum ersten Mal in Jerez fahren. Das Wichtigste ist, bei den Tests möglichst viele Kilometer zu fahren. Nur dann hast du genügend Zeit für die Feinabstimmung des Autos. Wenn du beim ersten Rennen eintriffst, kannst du nicht mehr viel verändern. Dann geht es nur noch darum, im Qualifying alles aus dem Auto herauszuholen und es bis ans Limit zu pushen. Und das Gleiche gilt für das Rennen. Ich bin recht zuversichtlich und hoffe, dass das auch während der Tests so bleibt."

Frage: "Hast du dir ein konkretes Ziel gesetzt, von dem du sagst: 'Das will ich erreichen.'?"

Button: "Wir haben alle ein Ziel."

Frage: "Und das ist die Meisterschaft?"

Button: "Exakt!"

Frage: "Wir haben schon eine Menge über den Einsatz der Simulator-Technologie gehört. Wie nützlich ist das aus deiner Sicht als Fahrer, um das Setup des Autos zu entwickeln?"

Button: "Das ist wirklich gut. Als ich zum ersten Mal hier war, haben mich die Einrichtungen und der Simulator wirklich überrascht. Sie haben eine Menge Arbeitszeit darin investiert, um es so realistisch wie möglich zu machen. Es ist wirklich hilfreich. Wir verbringen vor dem ersten Test mehrere Tage im Simulator, genau so wie zwischen den Rennen. Es ist ein großartiges Hilfsmittel bei der Abstimmung der Autos. Es geht nicht nur darum, neue Strecken kennenzulernen, sondern um die Abstimmung der Autos vor dem Test. Man kann im Simulator verschiedene Dinge ausprobieren, wofür man auf der Rennstrecke keine Gelegenheit hätte. Es ist ein wirklich nützliches Werkzeug, das erkennt mittlerweile jeder in der Formel 1. Aber wir sind in diesem Bereich sicherlich führend."

Frage: "Was glaubst du, wem der neue McLaren besser liegen wird?"

Button: "Unsere Fahrstille sind etwas unterschiedlich. Aber bei der Abstimmung des Autos liegen wir sehr nahe beieinander. Die Richtung, in der wir das Auto entwickeln möchten, liegt uns beiden. Hier hört man wirklich darauf, was die Fahrer sagen. Wahrscheinlich mehr, als bei vielen anderen Teams. Das ist wirklich wichtig, denn nur wir spüren, was das Auto macht. Die Ingenieure sind in ihrem Bereich Genies, aber sie sind nie ein Formel-1-Auto gefahren."

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