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Brawn: "Die Reifen sind nicht radikal anders"

22. Februar 2012 - 17:34 Uhr

Wie sich die neuen Pirelli-Reifen bei den Wintertests präsentierten und wie lange die Teams warten müsse, ehe man sich wirklich ein Urteil bilden kann

Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg nimmt das Verhalten der Reifen noch nicht ernst
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Pirelli bringt dieses Jahr neue Reifen. Nach dem ersten Jahr haben die Italiener die Daten gründlich analysiert und das gewonnene Know-how in die neuen Gummis einfließen lassen. Ergebnis: die härteren Mischungen wurden weicher, die Unterschiede sind allgemein geringer geworden, um dem Pokerspiel zusätzliche Würze zu verleihen. Und: Die Reifen kommen jetzt schneller auf Temperatur als im Vorjahr.

Vergessen sind die Zeiten, als die Piloten bei den Wintertests 2011 über die mangelnde Haltbarkeit der Pneus klagten und sich über die Gummibrocken auf der Strecke zu beschwerten. Während der Saison hat sich gezeigt, dass auch die kühlen Temperaturen bei den Tests ein Faktor gewesen waren, wodurch sich die Pneus in mangelhaftem Zustand präsentierten.

Doch wie sieht es diesbezüglich bei den Tests 2012 aus? "Es gibt natürlich einen Verschleiß", sagt Force-India-Pilot Nico Hülkenberg. "Man darf nicht vergessen, dass der optimale Wirkungsgrad der Reifen nicht unbedingt mit diesen kühlen Bedingungen übereinstimmt, auch wenn es sonnig ist. Daher haben wir natürlich einen Verschleiß, der aber nicht verrückt ist."

Reifen-Urteil bei Wintertests nur bedingt möglich

Das gibt den Teams die Möglichkeit, das Reifenproblem mit Vorsicht zu genießen und trotzdem ernsthaft an der Entwicklung der Boliden zu arbeiten. "Wir können uns drum herum arbeiten", bestätigt Hülkenberg. "Testbedingungen unterscheiden sich immer etwas von Rennbedingungen, daher würde ich dem nicht so viel Bedeutung beimessen."

Und genau das ist auch der Grund, warum Mercedes-Teamchef Ross Brawn über die neuen Pirelli-Reifen kein Urteil abgeben möchte. "Die Reifenmischungen unterscheiden sich von denen der letzten Saison", weiß er. "Wir müssen abwarten, wie sich die Reifen bei heißen Bedingungen verhalten. Anhand dessen, was wir hier und in Jerez sehen, können wir das Verhalten der Reifen noch nicht vollständig einschätzen."

Malaysia als erster wahrer Härtetest

Dabei hat Mercedes extra das alte Auto genutzt, um die neuen Reifen auf einer bekannten Basis auszuprobieren. Der MGP W02 galt als chronischer Reifenfresser, weshalb die Truppe aus Brackley nun auf einen längeren Radstand setzt. Dadurch ist der Schwerpunkt tiefer, was sich positiv auf die Traktion und somit auf den Reifenverschleiß auswirken sollte.

"Natürlich haben wir zu Beginn der vergangenen Saison unter einem höheren Reifenverschleiß als unsere Gegner gelitten", gibt er zu, dass die Basis des Vorjahresautos suboptimal war. "Wie das in diesem Jahr sein wird, werden wir erst bei den heißen Rennen sehen, also spätestens in Malaysia."

Er rechnet aber damit, dass sich der Charakter der Rennen, die im Vorjahr durch die unberechenbaren Reifen teilweise sehr spannend ausfielen, nicht großartig ändern wird. "Ich glaube nicht, dass wir große Änderungen bei der Rennstrategie sehen werden, den die Reifen sind nicht radikal anders", sagt Brawn. "Aber vielleicht erleben wir unter heißen Bedingungen eine Überraschung."

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