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Bahrain: Teams wollen so lange wie möglich warten

Die Neuauflage des Wartespiels um den Grand Prix von Bahrain könnte diesmal bis eine Woche vor dem geplanten Termin am 22. April dauern

Eric Boullier
Eric Boullier spricht mit am offensten über die kritische Bahrain-Situation
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am 22. April soll der Grand Prix von Bahrain als viertes Rennen der Formel-1-Saison 2012 stattfinden. Aufgrund der anhaltenden politischen Unruhen ist jedoch keineswegs ausgeschlossen, dass die Veranstaltung wie schon im Vorjahr abgesagt werden muss. Die Entscheidung könnte jedoch unter Umständen erst eine Woche vorher fallen.

"Es ist genau wie vor einem Jahr: Wenn nichts unternommen wird, müssen wir fliegen. Das zu entscheiden ist aber nicht unsere Verantwortung, sondern die der FIA", erklärt Lotus-Teamchef Eric Boullier gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir lieben das Rennfahren, also wollen wir in Bahrain fahren. Wir werden fliegen, solange die FIA oder der Inhaber der kommerziellen Rechte keine andere Entscheidung trifft. Nur wenn es ein Problem mit der Versicherung gibt, werden wir protestieren."

Versicherungen ein entscheidender Faktor

Aufgrund der Unruhen könnten die Reiseversicherungen der Teams nämlich a) komplett aussteigen oder b) die Beiträge so sehr in die Höhe schrauben, dass ein Grand Prix für Lotus und Co. zu einem gewaltigen Verlustgeschäft werden würde. "Wenn die uns schreiben, dass das ein Fall von höherer Gewalt ist, dann sieht alles anders aus", befürchtet Boullier. Diesbezüglich habe man sich aber noch nicht erkundigt: "Wir warten, was passiert."

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"Es ist eine politische Situation, die sich fast jeden Tag ändert. Heute ist kein guter Tag, aber in zwei Monaten vielleicht schon. Das wissen wir nicht, also müssen wir bis zur letzten Minute warten, die logistisch möglich ist, und dann entscheiden, ob wir fliegen oder nicht. Dann müssen wir die Versicherung fragen, ob wir fliegen können oder nicht", fährt er fort - und präzisiert, dass er mit "letzter Minute" den Sonntag des China-Grand-Prix (15. April) meint.

Boulliers Vorgesetzter Gerard Lopez findet jedenfalls, dass man die Entscheidung - wie auch immer sie fallen mag - nicht von der politischen Situation abhängig machen sollte, sondern nur von sicherheitstechnischen Gesichtspunkten: "Ein Sport ist ein Sport", begründet der Genii-Capital-Chef. "Ich halte es für falsch, einen Sport für eine politische Stellungnahme zu missbrauchen, ganz egal in welche Richtung."

Niemand will sich die Zunge verbrennen

"Wir alle haben unsere Meinung zu Bahrain, aber es ist schwierig, sich zu politischen Themen zu äußern", meint er vorsichtig. "Ich kann nur sagen, dass Bahrain ein tolles Land ist, mit netten Menschen. Ich liebe es, dort zu sein. Die Rennen dort waren sehr gut durchgeführt. Ich habe gehört, dass es Garantien gibt, wie manche Dinge ablaufen werden. Wenn es gut aussieht, sehe ich keinen Grund, warum wir nicht nach Bahrain gehen sollten."

Monisha Kaltenborn sieht das ähnlich: "Wir alle machen uns Sorgen um die Situation dort vor Ort. Wir als Sauber-Team sind aber nicht in der Position, dies genau beurteilen zu können", sagt die Sauber-Geschäftsführerin. "Wir müssen uns auf das Urteil von der FIA und dem Inhaber der kommerziellen Rechte verlassen. Wenn die meinen, wir sollten dorthin gehen, dann werden wir das definitiv tun."

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