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Prozessauftakt in München: Sutil entschuldigt sich

30. Januar 2012 - 12:57 Uhr

Adrian Sutil hat sich bei seiner Vernehmung im Amtsgericht München bei Eric Lux entschuldigt und spricht von "komischen Angeboten"

Adrian Sutil
In München begann am Montag der Prozess gegen Adrian Sutil
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/SID) - Adrian Sutil hat sich in seiner Aussage im Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung bei Eric Lux entschuldigt. Dem ehemaligen Force-India-Piloten wird vorgeworfen, den Genii-Mitbesitzer im Streit mit einem Glas am Hals verletzt zu haben. Zugleich betonte Sutil, dass er nicht absichtlich gehandelt habe. "Es tut mir leid, wahnsinnig, ich wollte es nicht", sagte Sutil am Montag bei seiner Vernehmung im Amtsgericht München.

Der 28-Jährige aus Gräfelfing erklärte aber auch, dass er bereits zuvor mehrfach versucht habe, sich bei Lux zu entschuldigen. Der Teilhaber des ehemaligen Renault- und jetzigen Lotus-Teams habe diese Versuche aber stets abgeblockt.

Lux, der während Sutils Aussagen noch nicht im Raum war, bestritt später bei seiner Vernehmung nicht, dass Sutil versucht hat, ihn zu kontaktieren. Warum er ein Gespräch abgeblockt hat, erklärte er nicht. Allerdings betonte Lux, er habe eine persönliche Entschuldigung erwartet. "Ich hätte erwartet, dass er nach Luxemburg kommt und sich bei mir entschuldigt. Ein Anruf tut es nicht", sagte der Geschäftsmann.

Sutil, der einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine lachsfarbene Krawatte trug und sehr konzentriert und beherrscht auftrat, hatte Lux im April 2011 am Abend nach dem Großen Preis von China in einer Disco in Schanghai mit einem Glas am Hals verletzt. Die neun Zentimeter lange Wunde musste genäht werden. Später hatte Lux Sutil angezeigt.

Richterin Christiane Thiemann las im Gerichtssaal eine Mail von Sutil an Lux vom 15. Mai vor, in der sich der Rennfahrer entschuldigt, Vorsatz oder Absicht ausgeschlossen sowie seine Bereitschaft geäußert hatte, ein Charity-Projekt von Lux in Afrika zu unterstützen. Auf Lux' Einwand der erwarteten persönlichen Entschuldigung antwortete die Richterin, er habe Sutil ja gesagt, er wolle nicht mit ihm reden, und dieser habe das wohl ernst genommen.

Erst am 25. November in Brasilien war es in einem Hotel zu einem persönlichen Gespräch zwischen Sutil und Lux gekommen. Laut Sutil sei es die erste Chance zu einer Aussprache gewesen, bis dahin sei ihm Lux bei Rennen ausgewichen. Zuvor hatte es offenbar auch Versuche einer außergerichtlichen Einigung gegeben. Sutil sprach in diesem Zusammenhang von "komischen Angeboten" und "sehr, sehr viel Geld", zudem hätte er mehrere Rennen pausieren sollen. "Er hat mir gedroht, er möchte mich zerstören, dafür sorgen, dass ich für Jahre in den Knast komme", sagte Sutil.

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