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Verstellbarer Heckflügel: Domenicali ist skeptisch

12. Januar 2011 - 13:55 Uhr

Mit dem neuen verstellbaren Heckflügel betritt die Formel 1 in diesem Jahr Neuland: Skepsis bei Ferrari und der Wunsch nach Testfahrten

Felipe Massa, Fernando Alonso
In künftigen Duellen würde einer der Piloten den Flügel flach stellen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit dem verstellbaren Heckflügel soll 2011 das Überholen in der Formel 1 einfacher werden. Die Piloten dürfen das System im Rennen ab der dritten Runde unter der Voraussetzung verwenden, dass sie an bestimmten Messpunkten maximal einme Sekunde hinter dem Vordermann fahren. Die neue Lösung wird nicht überall mit Jubelstürmen versehen - es gibt viele Skeptiker, darunter auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

"Das ist ein unbekanntes Feld. Es ist zwar in den technischen und sportlichen Regeln alles genau beschrieben, aber wir sollten es mit Vorsicht angehen", meint der Italiener im Magazin 'Autosprint'. Die Piloten dürfen den Flügel in den Trainings jederzeit verstellen, im Rennen nur dann, wenn ihnen die Rennleitung dafür grünes Licht gibt. "Es wird mit einer Lampe im Cockpit angezeigt", beschreibt Domenicali.

"Ich frage mich: Abgesehen davon, dass Überholen einfacher wird, werden die Duelle wirklich spektakulärer, oder zu vorhersehbar? Ich bin skeptisch, hoffe aber, dass ich mit meiner Einschätzung falsch liege. Ich hoffe auch, dass es den TV-Stationen gelingt, den Zuschauern dies alles zu erklären. Sie müssen optisch darstellen, wer den Flügel flach gestellt hat und wer nicht. Sonst versteht man bald gar nichts mehr."

Nicht nur wegen des neuen Heckflügels wünscht man sich bei Ferrari mehr Testmöglichkeiten. "Unser Präsident hat es schon oft zum Ausdruck gebracht, indem er sagte, die derzeitige Regelung sei wie ein Verbot für Fußballvereine, zwischen den Spielen trainieren zu dürfen", erklärt Domenicali. Eine große Kostenersparnis sei zumindest bei Ferrari dadurch nicht zu spüren. "Man darf nicht vergessen, dass wir zwei eigene Teststrecken haben, die nun brach liegen."

"Es ist auch mal an der Zeit klarzustellen, dass Ferrari nicht mehr das meiste Geld in der Formel 1 ausgibt. Das stimmt einfach nicht mehr. Red Bull und McLaren geben bestimmt mehr Geld für den Bau des Chassis aus", sagt der Ferrari-Teamchef. "Bei uns kommt der Motor als hoher Kostenfaktor hinzu. Für die anderen beiden Teams ist es einfacher, denn die kaufen sich die Motoren einfach fix und fertig ein."

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