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HRT und Toyota: Cosworth als Hürde?

27. Dezember 2010 - 10:47 Uhr

HRT-Besitzer Jose Ramon Carabante sieht sein Team auf einem guten Weg: Sponsorensuche schwierig, aber erfolgreich - Geoff Willis entwirft Auto

Geoff Willis
Geoff Willis ist für den Bau des neuen HRT-Autos für 2011 verantwortlich
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Über die Zukunft von HRT wird - vor allem in Spanien - anhaltend mit vielen Fragezeichen berichtet. Schon während der abgelaufenen Saison wurden dem neuen spanischen Team immer finanzielle Schwierigkeiten nachgesagt. Doch die Mannschaft um Teamchef Colin Kolles stand bei jedem Rennen am Start - das ist eine Tatsache. Die Gerüchte über einen angeblichen Notverkauf von HRT haben sich ebenfalls nie bewahrheitet.

Kolles und seine Mitarbeiter arbeiten unterdessen konsequent an der Vorbereitung auf 2011. "Das Auto entsteht zum Teil in Großbritannien, zum Teil in Deutschland", erklärt Teambesitzer Jose Ramon Carabante. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' wird der neue HRT-Bolide außerdem mit wichtigen Teilen aus der Schweiz versorgt.

Über die Entstehung des Autos wacht Geoff Willis, der das Team bereits seit Anfang 2010 berät. Der Brite war früher unter anderem als Technikchef bei Red Bull aktiv und soll HRT nun sportlich auf einen besseren Weg bringen. "Wir werden sicher in Bahrain sein", unterstreicht Carabante. "In diesem Jahr war es schwieriger, aber im kommenden Jahr werden wir auch die Wintertests bestreiten."

Ähnlich wie Toro Rosso oder Force India greift HRT beim Bau des neuen Autos auf Teile von verschiedenen Zulieferern zurück. Eine eigene Produktionsstätte zur Fertigung aller Teile hat man ohnehin nicht. Eine angebliche Beteiligung des des deutschen Unternehmens Formtech, das die Überreste des ehemaligen Super-Aguri-Teams besitzt, gibt es nicht.

"Wir könnten so etwas tun, aber es liegt uns nicht einmal eine entsprechende Anfrage vor", heißt es aus der Formtech-Führungsetage. Ursprünglich hatte HRT einen ganz großen Deal geplant. Man wollte das neue Auto bei Toyota (TMG) in Köln bauen lassen, aber der Vertrag kam letztlich aufgrund von finanziellen Unstimmigkeiten nicht zustande.

"Der Cosworth passt nicht in den Toyota", sagt Carabante und verweist auch auf bauliche Sorgen. "Den Vertrag mit Cosworth durften wir nicht brechen. Das wäre nur dann möglich gewesen, wenn der Motor bezüglich der Zuverlässigkeit schlecht gewesen wäre. Das war aber nicht der Fall." Allerdings gibt der Spanier auch offen zu, dass die finanzielle Grundlage für einen Toyota-Vertrag nicht vorhanden war.

"Man geht zu den großen Unternehmen des Landes und erklärt ihnen, dass sie mit ihrem Geld dafür sorgen könnten, dass wir ein Toyota-Auto, Zugriff auf deren Fabrik und somit letztlich regelmäßige Top-8-Resultate haben könnten. Trotzdem unterstützt dich niemand", klagt Carabante. "Du musst heutzutage nicht mehr fünf oder zehn Millionen Euro bringen, schon mit einer Million oder mit 500.000 Euro kannst du in die Formel 1 kommen."

"Wir sind ein spanisches Team und würden sehr gern sogar noch spanischer werden - beispielsweise mit einem Fahrer wie Pedro de la Rosa. Aber die Firmen machen da einfach nicht mit", beschreibt der HRT-Besitzer die mühsame Suche nach Geldgebern. Dennoch steht man offenbar kurz vor dem Abschluss eines großen Deals. "Die Verhandlungen sind fast abgeschlossen. Es handelt sich um eine der fünf wichtigsten Firmen in Spanien", verrät Carabante und meint damit vermutlich Telefonica.

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