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Spa-Francorchamps muss kämpfen

03. September 2010 - 12:47 Uhr

Das Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps ist auf fremde Gelder angewiesen - Woher diese ab 2012 kommen sollen, ist derzeit noch völlig unklar

Mark Webber
Noch bleiben die dunklen Wolken über Spa-Francorchamps hängen
© Red Bull/Getty

(Motorsport-Total.com) - Bei Fans, Fahrern und Teams ist das Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps äußerst beliebt. Leider bleiben aber die Ticketverkäufe so weit hinter dem gesteckten Rahmen der Veranstalter zurück, dass das Rennen Jahr für Jahr große Verluste schreibt, die mit öffentlichen Geldern ausgeglichen werden müssen.

Bis 2012 läuft der aktuelle Vertrag, doch danach sind die Regierungsgelder unter Umständen nicht mehr so leicht loszueisen. "Die Diskussionen mit Bernie Ecclestone drehen sich um den Fakt, dass wir ein viel zu großes Defizit machen und das irgendwie beheben müssen", so Rennchef Étienne Davignon gegenüber 'Reuters'.

Seitens der regionalen Regierung kommen bereits erste Signale, die Subvention für das Rennen zu schmälern. "Es ist notwendig, die Auswirkungen dieser Veranstaltung auf die Finanzlage der wallonischen Region zu reduzieren", so Jean-Claude Marcourt, Wirtschaftsminister der wallonischen Region. Prinzipiell werden die Förderungen jedoch nicht in Frage gestellt.

Doch die Gelder fließen aus dem wallonischen Topf in den Grand Prix. Die vermehrten Einnahmen über die Mehrwertsteuer wiederum fließen in den belgischen Steuersäckel. "Das ist bedauerlich", so André Antoine, der wallonische Finanzminister, in der La Libre Belgique. Gesamtbelgisch konzentriere man sich aber auf andere Ereignisse, "wie die Fußball-WM", fährt er fort.

Damit färbt die andauernde belgische Regierungskrise nun auch auf Spa-Francorchamps ab. Die weiteren Finanzmittel sollen nach Willen der wallonischen Regierung nicht mehr komplett aus dem eigenen Haushalt kommen. Doch Belgien hat derzeit keine permanente Regierung. Nach dem Rücktritt von Regierungschef Yves Leterme im April leitet dieser die Amtsgeschäfte nur kommissarisch.

"Sobald es wieder eine permanente Regierung gibt, wird er (Marcourt; Anm. d. Red.) das Thema auf den Tisch bringen", so Antoine. Doch Davignon wiederum sieht für "sein" Rennen auch die Gemeinden Stavelot und Malmedy in der Pflicht. "Die Frage ist doch, ob sie die goldene Eier legende Gans töten wollen oder ob sie weiterleben darf", erklärt er. "Immerhin kassieren sie 400.000 Euro im Jahr."

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