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Spannung pur: Hamilton nur knapp vorne

11. September 2010 - 12:04 Uhr

Das dritte Freie Training bestätigte die Eindrücke vom Freitag: McLaren, Red Bull und Ferrari liegen eng beisammen - Lewis Hamilton knapp vor Sebastian Vettel

Lewis Hamilton
Mehr Licht als Schatten: Lewis Hamilton fuhr in Monza zur Bestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - McLaren bleibt vielleicht Favorit für das Formel-1-Rennen in Monza, aber keineswegs sind die Briten so deutlich vorne wie man es zunächst erwartet hatte. Bei herrlichem Sonnenschein in Monza hatten die Zuschauer im Parco di Monza schon am dritten Freien Training viel Freude. Es gab nicht nur einen spannenden Kampf um die Bestzeit, sondern vor allem auch die Gewissheit für die Tifosi, dass Ferrari beim Heimspiel mithalten kann.

Zunächst arbeiteten die Teams ähnlich an der Rennvorbereitung weiter wie am Vortag. Bei Red Bull sah man am Wagen von Sebastian Vettel wieder die Signalfarbe am Heck, um die Luftströme zu verdeutlichen. McLaren fuhr weiterhin zweigleisig: Jenson Button mit steilem Flügel und F-Schacht, Lewis Hamilton ohne das System und mit flachem Teller als Leitwerk am Heck.

Nach wie vor ist man sich bei den britischen Silberpfeilen nicht im Klaren darüber, welche Lösung für das Rennen am besten sein wird. Gut möglich, dass der persönliche Geschmack der Piloten entscheidet. Hamilton konnte mit seinen flachen Flügeln am Vormittag in 1:22.498 Minuten zur Bestzeit fahren. Der Brite verdrängte Vettel (2./+ 0,047) nur denkbar knapp von der Spitze. Die Abstände waren allgemein extrem gering.

Das Ferrari-Duo Fernando Alonso (3./+0,146) und Felipe Massa (4./+ 0,150) jagte im Paarflug um den schnellen Kurs. Die beiden Roten trennte am Ende der Hauch von 0,004 Sekunden. Auch Button (5./+ 0,226) war am Ende nicht weit weg. Auffällig: Während Ferrari mit weichen Pneus erheblich zulegen konnte, hielt sich der Zeitgewinn bei McLaren und Red Bull in Grenzen.

Mark Webber
Sorgen für Mark Webber: Muss nun der Motor im RB6 gewechselt werden?
© Red Bull/Getty

Pech hatte wieder einmal Mark Webber (7./+ 0,584) mit seinem Red Bull RB6. Wie schon am Vortag rollte der Australier mitten in der Session plötzlich aus. Der Motor hatte einfach abgestellt. Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich um ein Elektronikproblem handeln, man schließt aber auch einen Triebwerkswechsel nicht aus. Das könnte Webber, der ohnehin in Monza bisher nicht beeindruckte, in der Startaufstellung weit nach hinten werfen.

Während Webber zuschauen musste, konnte sich Nico Rosberg als klar bester Mercedes-Mann in 1:22.946 Minuten auf den guten sechsten Rang fahren. Der gebürtige Wiesbadener nutzte die Vorteile frischer weicher Reifen gut aus und stellte seinen prominenten Teamkollegen wieder deutlich in den Schatten. Bei Michael Schumacher (13./+ 1,398) ging es am Samstagmorgen nicht sonderlich gut voran. Bei den Silbernen wurde weiter mit dem F-Schacht experimentiert.

Die starke Williams-Form von Monza unterstrich einmal mehr Nico Hülkenberg (8./+ 0,631), der knapp vor Robert Kubica, Adrian Sutil und seinem Teamkollegen Rubens Barrichello landete. Der Rookie aus Emmerich hatte vor der Session einen neuen Cosworth-Motor ins Heck seines FW32 bekommen und konnte den Extraschub daraus gut nutzen. Vor allem dem Cosworth sagt man nach, im Zuge seiner Laufzeit immer mehr Leistung zu verlieren.

Auch Sébastien Buemi (12./+ 1,175) konnte sich mit seinem Toro Rosso vor Schumacher platzieren. Der Schweizer bot zusammen mit seinem Teamkollegen Jaime Alguersuari (15./+ 1,411) und Sauber-Mann Kamui Kobayashi (14./+ 1,410) mit knapp 350 km/h den besten Topspeed auf der Start-Ziel-Geraden. Enttäuschend schnitt Vitantonio Liuzzi als 18. ab. Der Italiener war damit nur einen Platz vor seinem Landsmann Jarno Trulli, der schnellster Mann der neuen Teams war.

Die Strecke in Monza zeigte sich zwar am Mirgen in guten Zustand, hatte aber auch seine Tücken. Vor allem in der Bremszone zur zweiten Schikane rutschten viele Piloten geradeaus, in der zweiten Lesmo-Kurve beschleunigten einige zu früh und landeten kurz im Kies. Aufatmen wegen der ersten Schikane: Die Monza-Verantwortlichen bauten die Styroporblöcke und die Poller in der Auslaufzone um, sodass der Notausgang jetzt nutzbar ist.

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