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Kobayashi: Japans entschlossener Einzelkämpfer

27. August 2010 - 11:11 Uhr

Der Sauber-Pilot muss ohne große Unterstützung aus Japan auskommen, aber möchte auch so seinen Weg bis ganz an die Spitze schaffen

Kamui Kobayashi
Kamui Kobayashi weiß um seine besondere Chance in der Formel 1
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Honda stieg aus, Toyota wenig später, nun geht Ende des Jahres auch noch Bridgestone - Japan wird in der Formel 1 immer weniger vertreten sein. Kamui Kobayashi versucht bei Sauber sein Glück, mit Sakon Yamamoto ist bei HRT derzeit immerhin ein Landsmann mit dabei. Doch die große Unterstützung aus Japan ist derzeit Mangelware.

In der Vergangenheit wurden japanische Fahrer sehr oft von japanischen Großunternehmen finanziell und strategisch unterstützt. Auch Kobayashi genoss die Hilfe von Toyota, saß am Ende der Saison 2009 auch schon für Timo Glock im Cockpit. Gerade diese tollen Rennen sicherten ihm letztlich das Sauber-Cockpit - auch ohne Toyota-Hilfe.

"Ich war schon betrübt, als nach zwei guten Rennen von mir Toyota den Ausstieg erklärte", so der Japaner gegenüber 'formula1.com'. "Aber man sollte fair bleiben. Ich habe nun eine weitere Chance. Und wenn ich gute Ergebnisse einfahre, dann bedeutet das viel für die japanischen Fans. In der Vergangenheit hatten alle japanischen Fahrer Unterstützung aus Japan. Ich bin der erste Formel-1-Fahrer, der das nicht hat."

"Aber ich muss jetzt positiv denken - nicht negativ", fährt er fort. "Ich bin sehr stolz auf mich und ich bin Toyota sehr dankbar für die Gelegenheiten am Ende der vergangenen Saison, denn das war mein Fahrschein für dieses Cockpit hier. Mit den Ergebnissen, die ich in Brasilien und Abu Dhabi eingefahren hatte, habe ich meinen Marktwert erhöht."

"Wenn man nicht glaubt, dass man eines Tages ganz oben auf dem Treppchen steht, dann ist man in der Formel 1 fehl am Platz."
Kamui Kobayashi

Kobayashi gewann durch seine engagierte Fahrweise viele Fans hinzu, doch auch er muss sich der Tatsache stellen, dass noch kein Japaner einen Formel-1-Grand-Prix gewann - eine Bürde, die auch Kobayashi belastet? "Da gibt es keinen Druck", erklärt er. "Ich mache meine Sache und ich werde sehen, wohin das führt. Wenn man nicht glaubt, dass man eines Tages ganz oben auf dem Treppchen steht, dann ist man in der Formel 1 fehl am Platz."

Mit Sauber sind solche Ergebnisse aber nur Illusion - das weiß auch der Youngster. "Ich erwarte keinen Podestplatz - definitiv nicht", so der Japaner. "Ich bin da realistisch. Ich möchte konstant in die Punkte fahren. Das wäre für mich und das Team gut." Doch abgesehen davon geht es auch darum, immer einen guten Eindruck zu hinterlassen.

"Wenn das Auto gut ist, ist es auch einfach, gute Ergebnisse einzufahren", fährt er fort. Doch mit einem schlechteren Auto stehe der Fahrer mehr im Mittelpunkt. "Ich möchte ein Fahrer sein, der trotz aller Widrigkeiten in der Lage ist, in die Punkte zu kommen. Ich glaube, dass ich - aber auch Pedro (de la Rosa, Teamkollege; Anm. d. Red.) - das geschafft habe. Ich bin gerade mit den vergangenen Rennen sehr zufrieden."

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