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Bridgestone und die Herausforderung Eau Rouge

24. August 2010 - 09:56 Uhr

Warum Spa-Francorchamps für die Reifen zum Härtestest wird, welche Reifen man mitnimmt und wieso die Eau Rouge zumindest in Sachen Reifen noch gefürchtet ist

Timo Glock
Die einst so gefürchtete Senke Eau Rouge fordert die Reifen mehr als die Piloten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Ardennen-Kurs in Spa-Francorchamps ist anspruchsvoll. Nicht nur für die Piloten und Boliden - auch für die Reifen. Bridgestone hat sich wie zuletzt in Großbritannien und in der Türkei für die härten Reifenmischungen entschieden - die weichen und harten Pneus. Bridgestones Motorsport-Entwicklungsleiter Hirohide Hamashima weiß: "Spa-Francorchamps ist eine Strecke mit vielen Geheimnissen. Es ist die längste Strecke der Saison, sie hat viele unterschiedliche Charakteristika. Die Reifen werden enorm belastet."

Warum man sich gegen den superweichen Reifen entschieden hat? Hamashima stellt klar: "Der Kurs ist zu fordern für unseren superweichen Reifen - vor allem Eau Rouge und Sektor zwei. Trotz der hohen Geschwindigkeiten erfordert es die Strecke, dass man mit relativ viel Abtrieb fährt - das belastet die Reifen zusätzlich."

Für die Piloten ist die einst größte Herausforderung der Formel 1 - die Senke Eau Rouge - nicht mehr die ultimative Mutprobe: Durch den enormen Abtrieb, den die Autos durch die Aerodynamik produzieren, kleben die Boliden auf der Strecke - die Kurve geht problemlos voll. Doch für die Reifen stellt sie immer noch eine enorme Probe dar: "Der Wechsel von bergab und bergauf durch Eau Rouge stellt den Reifen bei hoher Geschwindigkeit unter extreme Kompressions- und Trägheitskräfte", sagt Hamashima. "Daher muss der Reifendruck genau ermittelt und beobachtet werden."

Dazu kommt ein - vor allem in Spa - unberechenbares Element: das Wetter. Der Entwicklungschef bestätigt: "Das ist oft ein wichtiger Faktor, besonders, weil die Streckentemperaturen zwischen 10 und 40 Grad Celsius schwanken. Der Regen kann hier wegen der Lage im Wald sehr schnell kommen, das muss man also in Betracht ziehen. Spa sorgt selten für ein fades Rennen, daher hoffe ich, dass wir unseren letzten Auftritt hier genießen werden."

Dieser letzte Auftritt vor dem Formel-1-Ausstieg wird besonders emotionell, da Belgien eine wichtige Nation für den Reifenhersteller ist. Hiroshi Yasukawa - Leiter von Bridgestone Motorsport - sagt: "Bridgestone hat seinen europäischen Stützpunkt in Brüssel - es ist das Hauptquartier von Bridgestone Europa und anderen Unternehmen der Gruppe. Bridgestone Europa beschäftigt 13.000 Menschen in Europa, die auf acht Reifenfabriken, ein Technikzentrum mit Teststrecke und verschiedene Verkaufsorganisationen verteilt sind. Alleine in Belgien arbeiten 1000 Mitarbeiter für Bridgestone. Der Abschied wird emotionell, da Bridgestone beim Formel-1-Einstieg 1997 noch nicht so bekannt war. Inzwischen haben wir in Europa viele großartige Dinge erreicht, die von Bridgestone Europa unterstützt werden."

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