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Irvine: Teamorder sollte nicht erlaubt sein

28. Juli 2010 - 09:44 Uhr

Eddie Irvine kann sich in Felipe Massas Lage hineinversetzen, war er doch vier Jahre lang selbst zumeist die Nummer zwei bei Ferrari

Jean Todt, Michael Schumacher
Eddie Irvine (l.) kennt sich mit dem Thema Teamorder bei Ferrari bestens aus
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ferarris Teamorder zu Gunsten Fernando Alonsos beim Großen Preis von Deutschland am vergangenen Wochenende wird die Formel 1 wohl noch eine Weile beschäftigen. Zu offensichtlich war der mehr oder weniger freiwillige Platzverzicht von Felipe Massa, zu auffällig war auch das Herumdrucksen aller Beteiligten anschließend. Einer, der diese Situationen wohl am besten kennt, ist Eddie Irvine.

Der Vorgänger von Rubens Barrichello bei Ferrari war vier Jahre lang als Michael Schumachers treuer Adjutant unter Vertrag und musste dem Deutschen mehr als einmal Platz machen. Allerdings kennt Irvine auch die andere Seite: Als Schumacher 1999 mit einem gebrochenen Bein zuhause auf der Couch lag, durfte Irvine auch offiziell um den WM-Titel fahren. Ausgerechnet in Hockenheim musste Schumachers Ersatzmann Mika Salo deshalb Irvine den Sieg überlassen.

Dementsprechend entspannt sieht der Vize-Weltmeister von 1999 das Thema Stallregie bei Ferrari. "Massa hat offensichtlich einen Vertrag, wonach er das tun muss, was das Team sagt", so Irvine gegenüber der Zeitung 'Evening Herald'. "Massa hat dem im Vertrauen zugestimmt. Sein Ingenieur weiß es, das Team weiß es, warum regen sich also alle so auf?"

Wenn man als Fahrer mit so einer Abmachung nicht einverstanden sei, solle man eben nicht für das Team fahren. "Mein Vertrag besagte nie, dass ich die Nummer zwei war, dass ich Platz machen müsste", so Irvine weiter. "Er besagte bloß, dass ich den Anweisungen des Teams jederzeit zu folgen habe."

Allerdings sieht auch Irvine, dass das Thema Teamorder für viele Motorsport-Fans ein rotes Tuch ist. "Den Fans muss man hundert Prozent geben." Hundert Prozent seitens der Teams würde bedeuten, dass man seine Fahrer auch auf der Strecke gegeneinander antreten und frei fahren ließe. "Ich denke nicht, dass es [Teamorder; Anm. d. Red.] erlaubt sein sollte."

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