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Hockenheim rechnet mit einer "schwarzen Null"

20. Juli 2010 - 14:26 Uhr

Die Hockenreimring GmbH muss am kommenden Sonntag mindestens 62.000 Zuschauer empfangen, sonst drohen erneut Verluste

Start in Hockenheim 2008
Alle zwei Jahre: 2008 war die Formel 1 zuletzt am Hockenheimring zu Gast
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor einem Jahr sah es um die Zukunft der Formel 1 in Hockenheim düster aus. Seit 2004 hatte man sich Jahr für Jahr ein herbes Defizit eingefangen, die Stadt als 94-prozentiger Mehrheitseigner der Rennstrecke konnte die roten Zahlen nicht mehr auffangen. In zähen Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone konnte schließlich eine Lösung gefunden werden. Hockenheim bekommt die Königsklasse nun billiger.

"Wir sind guter Dinge, dass es uns gelingt, alle durch Verträge entstehenden Ausgaben zu decken", wird Hockenheims Bürgermeister Dieter Gummer von der Agentur 'DPA' zitiert. Unter den Voraussetzungen der Vorjahre würde wohl erneut ein Loch von sieben Millionen Euro drohen. "Das hätte uns umgebracht", gibt Ring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt klar zu verstehen. Man kommt in diesem Jahr wohl über die Runden, aber eine Goldgrube ist die Formel 1 dennoch nicht.

Auch der erhoffte Schumacher-Hype schlägt sich nicht im Kartenverkauf nieder. Hockenheim kalkuliert mit 62.000 Zuschauern am Rennsonntag. Wird diese Marke erreicht, dann schreibt man eine "schwarze Null". Jeder Gast mehr ermöglicht das Abtragen der immensen Schuldenlast, die seit dem Umbau der Strecke auf der Hockenheimring GmbH lastet. Prognostiziert werden 65.000 Fans am Sonntag, es könnte also etwas für die Tilgung übrig bleiben.

Hockenheim muss den Schuldenberg möglichst rasch abtragen, sonst kämpft man auf Dauer gegen Windmühlen. Eine erhoffte Finanzspritze des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 1,4 Millionen Euro bleibt aus. "Wir sind sehr enttäuscht", kommentiert Schmidt. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger hatte das Geld in Aussicht gestellt, sein Nachfolger Stefan Mappus will davon jetzt nichts mehr wissen.

Lediglich eine Umschuldung bietet man den Streckenbetreibern an. Mögliche Ersparnis: 180.000 Euro. Gemessen an der Finanzspritze im siebenstelligen Bereich sind dies Peanuts. Neidisch blickt man aus Hockenheim in Richtung Eifel. Dort wurde der Nürburgring-Ausbau mit horrenden Mitteln des Landes finanziert. "Das ist nicht gerecht", klagt Hockenheim-Geschäftsführer Schmidt, der darauf verweist, dass ein Formel-1-Wochenende 40 Millionen Euro zusätzlich in die lokalen Kassen spüle.

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