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Button: "Teamorder ist einfach fehl am Platz"

26. Juli 2010 - 18:06 Uhr

Jenson Button und McLaren-Kollege Lewis Hamilton gehören zu den Kritikern der Ferrari-Stallorder - McLaren setzt auf Chancengleichheit für beide

Jenson Button
Jenson Button hält nichts davon, wenn ein Team einen Fahrer bevorzugt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Ferrari-Stallorder von Hockenheim beschäftigt das gesamte Fahrerlager - auch die Piloten anderer Rennställe. So haben nun auch die beiden McLaren-Fahrer Jenson Button und Lewis Hamilton ihre Meinung dazu geäußert. "Ich persönlich denke, dass Teamorder in der Formel 1, in jeder Rennserie, einfach fehl am Platz ist, obwohl sie manchmal unvermeidbar ist", wird Titelverteidiger Button vom 'Guardian' zitiert.

"Wir alle wollen gewinnen und ich weiß, dass jedes Team gewinnen will, sowohl den Hersteller- als auch den Fahrertitel", fährt Button fort. "Aber die Teams müssen beiden Fahrern die Chance geben, das zu erreichen. Wir haben jetzt noch recht früh in der Saison. Wir früh wird es in Zukunft damit losgehen?" Ferrari hat mit der Hockenheim-Aktion deutlich gezeigt, dass Fernando Alonso das Pferd ist, auf das man im Titelkampf setzt - auch wenn die Scuderia das dementiert.

Massa bekam von seinem Renningenieur Rob Smedley den Funkspruch: "Dein Teamkollege ist schneller, kannst du bestätigen, dass du das verstanden hast?" und ließ Alonso kurz darauf beim Herausbeschleunigen aus der Haarnadel vorbeifahren. "Wenn man mir sagen würde, dass mein Teamkollege schneller ist, würde ich denken, dass er schneller ist. Also würde ich weiterfahren und hoffen, dass er mich nicht überholt", sagt Button dazu. Und Teamkollege Hamilton bläst ins gleiche Horn: "Meine Reaktion wäre, dass ich versuchen würde, schneller zu fahren."

"Meine Reaktion wäre, dass ich versuchen würde, schneller zu fahren."

Bei McLaren gilt Chancengleichheit für beide Piloten, auch wenn das bei einem entscheidende Punkte kosten könnte. "Jenson und ich kämpfen beide, bei uns setzt man auf die Power von zwei Pferden und nicht nur von einem", sagt Hamilton. Er führt nun mit einem Vorsprung von 14 Punkten auf Button, Alonso liegt weitere 20 Zähler dahinter auf dem fünften Platz. Sollte sich Ferrari nun auf ihn konzentrieren, konnte er bei seiner Aufholjagd noch ein paar Extrapunkte holen. "Ich kann nur sagen, dass wir immer noch die beste Ausgangslage haben", bleibt Hamilton gelassen.

Natürlich wird nun auch wieder die Saison 2007 thematisiert, als Hamilton und Alonso gemeinsam bei McLaren fuhren. Auch damals setzte das Team auf Chancengleichheit, Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen war der lachende Dritte und wurde Weltmeister, Hamilton verpasste den Titel knapp. Doch ihm zufolge lag das nicht daran, dass sich die McLaren-Piloten damals gegenseitig die Punkte weggenommen haben.

"Es gab Rennen, in denen ich es vermasselt und Punkte verloren habe", erinnert sich Hamilton. "Wir haben beide eine Menge Fehler gemacht. Wenn beide alles geben, macht trotzdem einer den besseren Job und ist vorn. Ich denke aber nicht, dass wir den Titel geholt hätten, wenn einer von uns bevorzugt worden wäre. Und es war bei Weitem nicht der Fall, dass ich ihm vorgezogen wurde."

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