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Verluste im Fahrerlager: Weniger Geld für Hospitality

31. Mai 2010 - 09:47 Uhr

Die schwierige Wirtschaftslage macht auch vor der Formel 1 nicht halt: Im Fahrerlager wird immer weniger Geld für Hospitality-Projekte ausgegeben

Fahrerlager in Bahrain
Glitzer und Glamour - doch auch im Fahrerlager der Formel 1 wird jetzt gespart
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Einnahmen von Beta Holdings, dem Hospitality-Anbieter der Formel 1, sind im vergangenen Jahr um 18 Prozent gesunken. Die Erlöse gingen 2009 um 26,9 Millionen Euro zurück und beliefen sich auf insgesamt 122,2 Millionen Euro. Finanzchef Duncan Llowarch führt dies auf die "anhaltend schwierige Wirtschaftslage" sowie auf die Reduzierung der Rennen im Formel-1-Kalender von 18 auf 17 zurück.

98 Prozent der Umsätze von Beta Holdings stammen von Allsport Management, dem in der Schweiz ansässigen Betreiber des Paddock Clubs, welcher seine Kunden mit einer Champagner-Bar, einem Gourmetbankett, einem Masseur, Kosmetikern, Frisören sowie Fahrerauftritten lockt. Die Sponsoren nutzen den Paddock Club, um ihre Kunden zu unterhalten. Viele Allsport-Kunden reduzierten ihre Hospitality-Budgets aufgrund der Wirtschaftskrise allerdings dramatisch.

So trat das Hospitality-Programm der Royal Bank of Scotland (RBS) im vergangenen Jahr gewaltig auf die Bremse. RBS ist eng mit der Formel 1 verbunden, aber nicht nur durch das Sponsoring des Williams-Teams. Das britische Unternehmen stellte einen Großteil des rund zwei Milliarden schweren Kredits bereit, den die Mehrheitseigentümer der Formel 1, CVC, verwendeten, um die Rennserie zu kaufen.

2008 hatte RBS noch mit die größten Ausgaben im Fahrerlager der Formel 1. Beim Großen Preis von Singapur waren alleine 400 Besucher bei diesem Unternehmen zu Gast - und diese wurden unter anderem durch eine Cocktail-Party unterhalten, die vom ehemaligen Formel-1-Weltmeister Sir Jackie Stewart veranstaltet wurde.

Die beiden ehemaligen Allsport-Kunden BMW und ING sollen im vergangenen Jahr ebenfalls drastische Reduzierungen an ihren Hospitality-Ausgaben vorgenommen haben, ehe sich beide Unternehmen Ende 2009 aus der Formel 1 verabschiedeten.

Doch nicht alles entwickelte sich negativ für Beta Holdings: Trotz des Umsatzrückgangs konnte die Firma ihren operativen Gewinn um 73 Prozent auf 6,9 Millionen Euro steigern, wobei die Kosten mit 29,8 Millionen Euro beziffert wurden.

Aufgrund der geringeren Nachfrage konnten die Servicekosten gedrückt werden und der Rückgang der Einnahmen hatte zur Folge, dass die Lizenzgebühren der anderen Formel-1-Unternehmen ebenfalls reduziert wurden. An den Löhnen wurde indes nicht gespart: Die 21 Angestellten von Beta Holdings wurden im Schnitt mit einer Lohntüte von 257.000 Euro bedacht, was einer Erhöhung von 8 Prozent im Vergleich zu 2008 entspricht.

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