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Red-Bull-Krisengipfel zunächst vertagt

30. Mai 2010 - 19:52 Uhr

Helmut Marko sieht die Schuld an der Kollision weiterhin eher bei Mark Webber und kündigt einen Krisengipfel mit beiden Fahrern an

Sebastian Vettel und Helmut Marko
Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Gespräch mit Sebastian Vettel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bei Red Bull gibt es nach der heutigen Kollision zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber Gesprächsbedarf: "Ich möchte das genau analysieren und dann mit allen Beteiligten ernsthaft sprechen, damit so etwas nicht mehr passieren kann", kündigt Motorsportkonsulent Helmut Marko an. Denn heute konnte der Krisengipfel noch nicht stattfinden.

"Ein Fahrer ist schon weg", sagte Marko kurz nach dem Rennen und spielte damit auf Vettel an, der das Otodrom im Zorn schon früher als geplant verlassen hatte. Vielleicht ist es aber auch besser, den Deutschen und Webber erst in ein paar Tagen zusammenzubringen, denn Vettel war naturgemäß extrem geladen und deutete unmittelbar nach der Kollision einige unschöne Gesten in Richtung seines Teamkollegen. Später stellte er selbst fest, dass er sich erst abkühlen muss.

Marko nimmt ihn aber weiterhin in Schutz: "Sebastian war schon mindestens zwei Meter vorne und es kam eine Linkskurve, also musste er zurück auf seine Linie gehen. Er kann ja nicht auf dem Dreck bremsen, denn wer weiß, was da passieren kann?" Auf die Frage, ob das bedeute, dass Webber alleine schuld sei, entgegnet der Österreicher nur: "Es war eine unnotwendige Situation. Wir müssen uns das genau anschauen, dann sehen wir weiter."

"Es war unnotwendig, wirklich völlig unnotwendig", wiederholt er. "Vettel stand unter enormem Druck von Hamilton. Er musste etwas unternehmen, sonst wäre er von Hamilton überholt worden." Laut Marko hätte Webbers Renningenieur Ciaron Pilbeam seinen Schützling besser durch die Situation führen müssen: "Offensichtlich fand nicht die richtige Kommunikation statt", gibt der ehemalige Formel-1-Pilot kritisch zu Protokoll.

Zum Zeitpunkt des Interviews vermutete Marko noch, Vettel habe dank besserer Reifen aufgeschlossen und attackiert. Inzwischen steht fest: Webber war im Benzinsparmodus und hatte deshalb auf den Geraden einen etwas schlechteren Topspeed. Aber so oder so hätte es nicht zur Kollision kommen dürfen: "Wir dachten, wir haben zwei mündige Fahrer, die so eine Situation gar nicht erst aufkommen lassen", antwortet er auf die Frage nach einer Teamorder.

Mit der Unterstellung, Vettel stehe zumindest den österreichischen Funktionären im Team näher als Webber, räumt Marko aber auf: "Das stimmt nicht. Wir behandeln beide Fahrer gleich." Am Ärger von Dietrich Mateschitz ändert das freilich nichts. Der Konzernchef sei "not amused" gewesen, "wie es so schön im Englischen heißt", berichtet Marko nach einem ersten Telefongespräch mit dem Erfinder der Getränkemarke Red Bull.

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