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Hülkenberg selbstkritisch: "Muss mich verbessern"

17. April 2010 - 16:06 Uhr

Nach der deutlichen Qualifying-Niederlage gegen seinen Teamkollegen Rubens Barrichello geht Nico Hülkenberg mit sich ins Gericht

Nico Hülkenberg
Hülkenberg wundert sich über den großen Abstand auf Teamkollege Barrichello
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nico Hülkenberg wirkte nach dem Qualifying zum Großen Preis von China nicht nur enttäuscht sondern auch etwas ratlos. Während es Teamkollege Rubens Barrichello auf den elften Rang schaffte, musste sich der junge Deutsche mit dem 16. Rang zufrieden geben. Zu Buche schlugen satte 0,899 Sekunden Rückstand.

"Abgesehen vom Fehler in der letzten Kurve war es meiner Meinung nach eine ziemlich solide Runde", wundert sich der Rennfahrer aus Emmerich. "Ich denke einfach, dass Rubens das Setup besser im Griff hatte. Er hatte die bessere Balance."

"Dennoch war ich ziemlich überrascht, dass er eine solche Runde fahren konnte. Er war jedoch das gesamte Qualifying über schneller, dazu muss man ihm gratulieren. Ich war mit meiner Runde eigentlich ganz zufrieden, gleichzeitig war sie jedoch zu langsam."

An mangelnder Streckenkenntnis kann es eigentlich nicht liegen, denn der 22-Jährige kennt die Strecke von Schanghai aus der Saison 2007, als er sich in der A1 GP den Titel holte: "Man fährt zwar schneller um den Kurs, aber abgesehen davon ist es ziemlich ähnlich."

Immerhin hatte der Formel-Neuling schon einen Schwachpunkt ausgemacht: "Vor allem im ersten Sektor war ich schwach. In erster Linie in der ersten und in der dritten Kurve hatte ich Übersteuern. Rang 16 ist nicht das beste Ergebnis, nicht jenes, das wir uns erhofft hatten. Wenn man sich die Freien Trainings anschaut, so lagen wir hinter den anderen Teams weit zurück."

Ein spezifisches Problem könne er bei seinem Auto nicht diagnostizieren: "Ich kann Übersteuern am Kurveneingang, Untersteuern in der Kurvenmitte und Übersteuern am Kurveneingang haben. Da gibt es keine klare Eigenschaft, die man herausstellen kann. Es ist einfach so, dass wir auf Messers Schneide fahren. Da ist ein Fehler schnell passiert."

"Rubens hat dieselben Probleme wie ich, aber er hat heute gute Arbeit geleistet. Er fuhr im zweiten Qualifying-Durchgang eine Runde, die nur um 0,8 Sekunden langsamer war als jene des Schnellsten. Da konnte ich nicht mithalten. Ich muss mich selbst verbessern. Wir arbeiten hart daran, dieses Problem zu lösen."

Nun muss Nico Hülkenberg wie sein brasilianischer Teamkollege darauf hoffen, dass die Design-Mannschaft im Hintergrund bis zum Auftakt der Europa-Saison Mitte Mai gute Arbeit leistet: "Wie alle anderen auch bekommen wir für Barcelona ein großes Performance-Update. Wir werden sehen, wo dies uns hinbringt."

Hülkenberg, der während seiner Zeit als Formel-1-Testfahrer auf freiwilliger Basis in der Williams-Fabrik arbeitete, ist bewusst, dass ein normaler Schritt nach vorn nicht reicht: "Wir müssen einen fundamentalen Schritt nach vorn machen. Wenn wir einen gleich großen Schritt machen wie die anderen, wird sich nichts verändern. Man muss versuchen, einen Schritt nach vorn zu machen, um die Lücke nach vorn zu reduzieren."

Hülkenberg gilt als extrem ehrgeizig und geht hart mit sich in die Kritik, da stellt seine erste Punkte-Platzierung beim vergangenen Rennen in Malaysia keine Ausnahme dar: "Ich war nur deshalb Zehnter, weil Fernando Alonso kurz vor dem Ende des Rennens ausfiel. Ich war mit meiner Leistung zufrieden, weil ich das gesamte Rennen über Druck machte und mir keinen Fehler leistete. Ich fuhr ein solides Rennen und kam vor Rubens ins Ziel. Darüber bin ich glücklich. Man ist aber nie glücklich, wenn man als Fünfter losfährt und als Zehnter ins Ziel kommt."

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