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Virgin: Glock bester Fahrer der neuen Teams

13. März 2010 - 15:40 Uhr

Virgin war in Bahrain bisher nicht pannenfrei, aber Timo Glock qualifizierte sich dennoch als bester Fahrer der drei neuen Teams

Timo Glock
Trotz der Reifenpanne am Vormittag fuhr Timo Glock ein sauberes Qualifying
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Während Red Bull, Ferrari und die Silberpfeile um den Sieg kämpfen, fahren die drei neuen Teams fünf Sekunden weiter hinten ihren eigenen Grand Prix - und die Pole-Position dafür sicherte sich heute Nachmittag in Bahrain Timo Glock! Mit gut zweieinhalb Sekunden Rückstand auf Jaime Alguersuari, den langsamsten Vertreter der etablierten Teams, belegte der Deutsche Rang 19.

"Es ist großartig, bestes neues Team zu sein - darüber freue ich mich sehr", strahlt Glock. "Das ist ein Teamerfolg und ich danke allen, die dazu beigetragen haben, das Beste aus dem Paket herauszuholen. Nur 2,7 Sekunden hinter den anderen Teams, die schon jahrelange Erfahrung haben, zu sein, macht alles noch schöner! Wir haben noch einen echten Berg zu besteigen, aber das Basislager haben wir einmal aufgeschlagen."

Glock Sieger im ersten Stallduell

"Das zeigt", fährt er fort, "dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Hürden zu bewältigen, die sich uns in den Weg stellen werden." Keine Hürde für Glock war Lucas di Grassi: Der Brasilianer konnte am Vormittag wegen technischer Probleme keine gezeitete Runde drehen und war im Qualifying um fast eine Sekunde langsamer als sein Teamkollege - Platz 22, immerhin innerhalb der gedachten 107-Prozent-Grenze.

"Zunächst einmal möchte ich mich beim Team bedanken", sagt der Formel-1-Debütant. "Sie haben so viel Mühe investiert, um den heutigen Tag möglich zu machen, und es ist einfach fantastisch, mit einem gesunden Auto am Start zu sein. Ich stehe noch ganz am Anfang. Heute Morgen konnte ich nur drei Runden drehen. Ich bin aber froh, das erste Qualifying hinter mir zu haben, und ich weiß, dass wir uns noch enorm steigern können."

Auch Technikchef Nick Wirth zeigte sich zufrieden: "Zum ersten Mal konnte Timo im dritten Training sein komplettes Programm absolvieren. Wir hatten nur ein Problem mit einem Schlagschrauber, wodurch links vorne und rechts hinten die Räder lose wurden. Timo verlor ein Rad, aber das traf zum Glück niemanden und er brachte das Auto ohne Schaden an die Box zurück", sagt er über die Panne im Vormittagstraining.

Porsche-Supercup als Handicap

"Wir waren zuversichtlich, dass das Auto im Qualifying 1:58 niedrig fahren kann, aber unsere ersten Runs und die Reifenwahl wurden durch den Gummiabrieb des Porsche-Supercup-Rennens beeinträchtigt, weil dadurch die Streckenbedingungen in der ersten Session ganz anders waren", ärgert sich Wirth. "Trotzdem verwendete Timo den langsameren Prime-Reifentypen, um die beste Zeit der neuen Teams zu setzen, was unser Ziel war."

"Lucas", ergänzt er, "hat seine Sache gut gemacht, wenn man bedenkt, dass er wegen einiger Probleme am Morgen kaum fahren konnte - keine ideale Vorbereitung auf das erste Qualifying in der Formel 1. Aber er lieferte einen soliden und professionellen Job ab und wird morgen im Rennen dabei sein. Alles in allem war es also ein guter Tag. Ich hoffe, dass wir diesen Schwung ins Rennen mitnehmen und Bahrain mit einem Lächeln verlassen können."

Hauptinvestor Richard Branson fasst zusammen: "Auto und Team sind noch im Kindesalter, wenn man so will, und heute haben sie die ersten Schritte gemacht. Im Gegensatz zu anderen hauen wir nicht auf den Tisch, wenn es nicht läuft, sondern wir rappeln uns selbst auf. Das hat das Team heute nach einigen Rückschlägen gemacht. Wir sind das schnellste neue Team und kamen einigen anderen Teams, die weit mehr Budget haben, nahe. Das zeigt, wie brillant Nick Wirth und seine Leute sind!"

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