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Parr: "Es war recht ordentlich"

14. März 2010 - 19:24 Uhr

Zwei Autos im Ziel und ein Fahrzeug in den Top 10: Williams-Geschäftsführer Adam Parr ist zufrieden mit dem Saisonauftakt des britischen Traditionsteams

Adam Parr
Adam Parr ist in Anbetracht der Umstände zufrieden mit dem Williams-Abschneiden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Insgeheim hatte sich das Williams-Team vor dem Saisonstart etwas mehr ausgerechnet, doch mit dem WM-Punkt von Rubens Barrichello ist der britische Rennstall durchaus zufrieden. Der Routinier bescherte seiner Mannschaft beim Großen Preis von Bahrain einen zehnten Rang, Teamkollege Nico Hülkenberg startete indes eine Aufholjagd, nachdem er sich schon frühzeitig einen Dreher geleistet hatte. Im Interview mit 'Motorsport-Total.com' spricht Adam Parr über seine Eindrücke aus Bahrain.

Frage: "Adam, wie lautet deine Zusammenfassung des Rennens?"
Adam Parr: "Letztendlich waren wir recht zufrieden. Am Anfang des Wochenendes waren wir mit dem Auto nicht zufrieden, denn alles kam etwas spät. Es ging alles etwas zu schnell. Am Freitag sind wir zudem sehr wenig gefahren und hatten aus diesem Grund nur sehr wenig Gefühl für die Reifen und für das Setup."

"Uns ist klar, dass es einige Bereiche gibt, in denen wir uns verbessern müssen. Manches kann man recht zügig lösen. Es war also recht ordentlich, das Rennen mit zwei zuverlässigen Autos zu beenden. Rubens hat dann auch noch einen Punkt geholt. Das war in Ordnung."

"Ich denke, Nico kann deutlich besser abschneiden."
Adam Parr

Frage: "Was sagst du zum Rennen von Nico?"
Parr: "Ich denke, er wird etwas ungehalten darüber sein. Die Sache ist halt die: Wenn du dein erstes Wochenende bestreitest, dann willst du einfach, dass die Dinge möglichst glatt laufen. Diese Möglichkeit haben wir ihm nicht gegeben. Es wäre nicht fair, ihn jetzt abzustempeln. Ich denke, Nico kann deutlich besser abschneiden."

Frage: "Auf alle Fälle hat er Kampfgeist gezeigt..."
Parr: "Genau. Er hat gezeigt, dass er ein echter Racer ist. Das wird schon werden."

Frage: "Hältst du ihn aus diesem Grund für einen richtigen Williams-Fahrer?"
Parr: "Ich würde schon sagen. Meiner Meinung nach hat er alle Ansätze dazu, um ein richtig großartiger Fahrer zu werden."

Ist das Rennformat nun perfekt?

Frage: "Was sagst du aus der Sicht der Teamvereinigung (FOTA) zum Spektakel des heutigen Rennens? Hat es deine Erwartungen erfüllt?"
Parr: "Ganz ehrlich: nein. Für einen Insider war das Rennen sehr faszinierend, denn niemand wusste vorab zu sagen, was sich aus diesen unterschiedlichen Faktoren entwickeln würde. Unterm Strich hat das Williams-Team aber die Hälfte der Überholmanöver durchgeführt, würde ich schätzen. Wir müssen also am Rennformat arbeiten."

"Ich meine: Es gibt noch keine definitive Hackordnung."
Adam Parr

Frage: "Ist das Rennen möglicherweise überladen?"
Parr: "Nein. Außerdem war das nun gerade einmal der erste Grand Prix. Australien ist schon wieder eine ganz andere Rennstrecke. Andererseits ist der Kurs in Bahrain vollkommen in Ordnung. Man kann hier durchaus überholen. Ich meine: Es gibt noch keine definitive Hackordnung. Ferrari schien aber ganz hervorragend in Form zu sein."

Frage: "Wenn man Ferrari und Red Bull an die Spitze setzt, dann das Mittelfeld sieht und ganz hinten die neuen Teams einordnet - wo siehst du in der zweiten Gruppe das Williams-Team liegen?"
Parr: "Nach diesem Sonntag muss man festhalten, dass wir eines der beiden Topteams der zweiten Gruppe sind. Wir haben aber vielmehr vor, uns am Ende der Spitzengruppe zu tummeln. Das ist unser Ziel. Warum auch nicht? Das haben sicherlich auch andere im Sinn."

Der Wechsel zu Cosworth macht sich bezahlt

Frage: "Wie ist es um die Zusammenarbeit mit Cosworth bestellt? Läuft alles gut?"
Parr: "Ja, das ist sogar sehr beeindruckend. Es steckt sehr viel Arbeit darin, die Motoren haltbar zu machen. Heute kamen vier Cosworth-Motoren ins Ziel."

"Es kommt auf die Balance an."
Adam Parr

Frage: "Bringt der Wechsel von einem Herstellertriebwerk zu einem unabhängigen Lieferanten eine große Veränderung mit sich?"
Parr: "Ja. Aber das ist eine durchaus willkommene Sache. Nicht etwa, weil wir keine gute Beziehung zu Toyota hatten, sondern schlicht und ergreifend deswegen, weil wir ein Privatteam sind und auch Cosworth eine unabhängige Mannschaft ist."

"Das passt einfach prima. Es kommt auf die Balance an. Das habe ich auch John Howett immer gesagt: Unsere Beziehung war einfach nicht symmetrisch. Das ist wie in einer Ehe. Wenn du dich in deinem Partner nicht wiederfindest, dann wird es ziemlich hart."

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