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Lauda: Schumacher konnte seine Gene "nicht killen"

11. März 2010 - 21:52 Uhr

Der frühere Formel-1-Pilot Niki Lauda über die spektakuläre Rückkehr von Michael Schumacher und die ganz eigene Welt von Spitzensportlern

Niki Lauda
Aus Erfahrung: Niki Lauda weiß genau, wie ein Sportler der Spitzenklasse tickt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Drei Jahre lang war er weg, jetzt ist er wieder da: Michael Schumacher kehrt an diesem Wochenende in das Starterfeld der Formel 1 zurück und schickt sich an, erneut um Pole-Positions, Punkte und Podien zu kämpfen. Der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda ist davon überzeugt: "Schumi" kann einfach nicht anders, weil ihm das Gasgeben und das Konkurrenzverhalten in die Wiege gelegt wurden.

Im 'Standard' versucht Lauda eine Antwort auf die Frage zu finden, die seit dem 23. Dezember 2009 viele Rennsport-Fans bewegt: "Warum macht das der Schumacher? Er hat doch eh genug Geld. Warum sitzt er nicht auf einer Insel und schaut in die Luft?", sagt Lauda und meint: "Normale Menschen können sich nicht ins Gedankengut eines Spitzensportlers versetzen."

"Für die gelten andere Regeln", erläutert der dreimalige Formel-1-Weltmeister und nennt "extreme Risikobereitschaft" und "Aufopferung bis zum geht-nicht-mehr" als wichtigste Merkmale von Persönlichkeiten wie Schumacher. "Spitzensportler sind ein eigener Menschenschlag", findet Lauda und erklärt: "Sie denken anders, müssen alles ausreizen. Das fordern ihre Gene ein", so Lauda.

Beim einen oder anderen lässt dieser Drang früher oder später aber nach, wie der ehemalige Formel-1-Pilot aus Erfahrung weiß. "Irgendwann habe ich gemerkt, dass die konkurrenzfähigen Gene nun zu einhundert Prozent befriedigt sind. Also bin ich aus dem Auto gestiegen - ich musste niemanden mehr ausbremsen oder überholen", gibt Lauda rückblickend zu Protokoll. Anders "Schumi".

"Schumacher hat aufgehört, weil er genug von den Nebenkriegsschauplätzen der Formel 1 hatte. Es war ihm einfach zu fad, dauernd Interviews zu geben", meint Lauda. "Seine Gene konnte er aber nicht killen. Er ist ja weiterhin Motorrad- und Gokart-Rennen gefahren. Für mich war es nur eine Frage der Zeit, wann der richtige Moment für seine Rückkehr kommt", hält der 60-Jährige fest.

Dieser Moment ist nun gekommen, denn Schumacher steigt am Freitag wieder ins Rennauto, um an einem Wochenende zur Formel-1-WM teilzunehmen. "Mercedes und Ross Brawn haben ihn angesprochen", sagt Lauda und fügt an: "Das hat genau gepasst, diese Konstellation ist die richtige. Das Comeback von Michael Schumacher ist eine absolute Sensation", so der Österreicher.

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