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Haug beruhigt: Keine Panik bei Mercedes

15. März 2010 - 11:39 Uhr

Mercedes war in Bahrain wie erwartet nicht siegfähig, doch Norbert Haug schreibt den WM-Kampf deswegen noch lange nicht ab

Norbert Haug und Nick Heidfeld
Norbert Haug und Nick Heidfeld schieben nach dem ersten Rennen keine Panik
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/Sky) - Die reichweitenstarken Kollegen von 'Bild.de' berichten am Tag nach dem großen Comeback von Michael Schumacher von "Schleich-Schumi" und meinen, dass es im Moment "nicht danach aussieht", als würden Mercedes und der siebenfache Weltmeister eine realistische WM-Chance haben. Aber Norbert Haug wehrt sich entschieden dagegen, nach dem ersten von 19 Rennen schon aufzugeben.

"Von uns wird man noch hören. Dass jetzt Panik geschoben wird, kenne ich schon sooo lange", relativiert der Mercedes-Sportchef die Negativschlagzeilen nach dem Saisonauftakt. "Ich bin 2004 in Bahrain gesessen, da hatten wir mehr Motorschäden als das ganze Feld zusammen. Drei Jahre später sind wir mit dem besten Motor angetreten. Jetzt werden wir auch voranmachen. Wir können was und wir arbeiten hart."

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Rückstand auch im Rennen groß

Nico Rosberg und Schumacher kamen in Bahrain mit 40 beziehungsweise 44 Sekunden Verspätung auf den Positionen fünf und sechs ins Ziel. Das heißt: Im Schnitt fehlten pro Runde 0,8 Sekunden auf die Spitze. In ihrer schnellsten Rennrunde waren die Silberpfeile sogar um fast zwei Sekunden langsamer als Sieger Fernando Alonso im Ferrari. Der war allerdings um eine Sekunde schneller als der Rest der Welt, als er im Finish zu einem kurzen Sprint ansetzte.

"Nach dem Reifenwechsel sind wir vernünftige Zeiten gefahren, aber nicht lange genug", analysiert Haug. "Da waren wir bei niedrigeren Temperaturen am Freitag sicherlich besser unterwegs. Heute war es ganz schwierig für uns, so gesehen ist Platz fünf und sechs immer noch ein ganz gutes Ergebnis. Hier konnten wir die Reifen nicht so nutzen, aber sie haben wenigstens gehalten. Und zum Schluss sind wir die besten Zeiten gefahren."

Der Deutsche ist sich im Nachhinein nicht mehr sicher, ob man nicht eine andere Strategie hätte wählen können: "Wer weiß, vielleicht wäre ein zweiter Stopp sogar überlegbar gewesen - das weiß man beim ersten Rennen noch nicht so genau, ob man die 20 Sekunden dann wieder rausfahren kann. Das war eine Standortbestimmung, aber die Rennen werden anspruchsvoller. In Melbourne können die Karten schon ganz anders gemischt sein."

Heidfeld rechnet mit Verschiebungen

Testfahrer Nick Heidfeld sieht derzeit Red Bull und Ferrari an der Spitze: "Ich denke, Red Bull ist auf die eine Runde schneller, Ferrari auf die Distanz. Das wird mit Sicherheit spannend. Es war aber erst das erste Rennen, 18 kommen noch - da kann viel passieren", gibt sich auch er nicht vorzeitig geschlagen. Schließlich sollte man aus dem Vorjahr wissen, dass das Kräfteverhältnis manchmal sogar von einem Rennen zum nächsten komplett kippen kann.

Mit einem Selbstläufer hat in Bahrain ohnehin niemand gerechnet: "Man kann die Siege nicht buchen, sondern die muss man sich erarbeiten", weiß Haug. "Wir waren letztes Jahr mit McLaren drei Sekunden pro Runde weg. Das Ganze zu dramatisieren bringt nichts, denn es kann beim nächsten Rennen schon anders aussehen. Michael weiß genau, was er zu tun hat, und wir auch. Wir haben hier unterperformt, aber solche Überraschungen hat der Sport parat."

"Trotzdem sind wir ins Ziel gekommen und haben die Punkte geholt, die heute für uns möglich waren. Das ist wichtig, das nicht wegzuschmeißen", betont der Mercedes-Sportchef, der sich nicht darüber ärgert, dass Rosberg Sebastian Vettel nicht mehr überholen konnte: "Sebastian war gehandicapt. Für mich geht es voll in Ordnung, dass er wenigstens den vierten Platz nach Hause gefahren hat, denn er wird ein Titelkandidat sein."

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