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Ferrari: "Ein wahrhaft spektakuläres Rennen"

30. März 2010 - 14:07 Uhr

Ferrari ist rückblickend recht zufrieden mit dem Abschneiden in Australien - Logistiker Massimo Balocchi über den Transport nach Sepang

Fernando Alonso, Felipe Massa
Felipe Massa und Fernando Alonso kamen in Australien direkt hintereinander ins Ziel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das turbulente zweite Saisonrennen der Formel 1 wertet Ferrari rückblickend als Erfolg, hadert zugleich aber auch ein wenig mit dem Rennverlauf - Fernando Alonso und Felipe Massa hatten in Australien die Positionen vier und drei belegt. Damit kann sich Teamchef Stefano Domenicali recht gut arrangieren, zumal die WM-Führung verteidigt wurde. Aber war nicht eigentlich noch etwas mehr drin?

Das glaubt zumindest der Italiener: "Mit dem Ergebnis von Melbourne sind wir zufrieden - auch wenn wir am Sonntagmorgen noch mit einem etwas besseren Resultat gerechnet hätten. Aber in Anbetracht dessen, was im Rennen passiert ist, sind wir mit den Positionen drei und vier sehr zufrieden", gibt Domenicali zu Protokoll - schließlich war die direkte Konkurrenz nicht wesentlich besser unterwegs.

Australien als Leckerbissen für die Fans

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel strandete in Führung liegend im Kiesbett, nachdem sein RB6 einmal mehr von einem Defekt heimgesucht worden war - sein Teamkollege Mark Webber kam nach einer regelrechten Achterbahnfahrt nicht über Rang neun hinaus. Auch aus diesem Grund könne man sich sehr gut mit Australien arrangieren, sagt Domenicali. Red Bull habe im Rennen ja kaum gepunktet.

"Wir sind allerdings ganz gewiss nicht die einzigen, die mit dem Nachmittag im Albert Park zufrieden sein dürfen", findet der Italiener und erklärt: "Die Formel-1-Fans rund um den Globus können sagen, ein wahrhaft spektakuläres Rennen gesehen zu haben. Diejenigen, die nach dem Rennen in Bahrain ein solches Tamtam veranstaltet haben, sollten vielleicht noch einmal darüber nachdenken."

"Ich habe schon immer den Standpunkt vertreten, dass es unmöglich ist, den Zustand unseres Sports nach nur einem Grand Prix zu beurteilen", hält das Oberhaupt des Ferrari-Teams nach Melbourne fest, merkt aber an: "Das soll nicht bedeuten, dass wir nun behaupten können, dass die Formel 1 zu irgendeinem goldenen Zeitalter zurückgefunden hat, wenn es so etwas jemals gegeben hat."

Ein Rennteam auf Reisen

Damit Ferrari auch beim anstehenden Grand Prix in Malaysia eine gute Leistung abrufen kann, hat Logistikchef Massimo Balocchi schon vor vielen Monaten die entscheidenden Fäden gezogen. Im Fahrerlager von Melbourne war der Italiener nach dem Rennen ein überaus gefragter Ferrari-Mitarbeiter, denn er kennt den Masterplan für den Weitertransport des Materials aus dem Effeff.

Balocchi beschreibt den Umzug des Rennzirkus' aus seiner Sicht: "Sobald alles in Containern verpackt ist, werden diese in die Boxengasse gebracht, wo Lastwagen die Ladung aufnehmen und sie zum Flughafen schaffen. Wir bereiten die notwendigen Zolldokumente vor, den Rest erledigt das Formula One Management", sagt Balocchi, der mit dem Team anschließend hinterher fliegt.

"In Sepang geht dieser Prozess genau umgekehrt vonstatten. Unsere Ausrüstung wird vom Flughafen in Kuala Lumpur an die Strecke gebracht, wo das Team am Dienstag mit der Arbeit beginnen kann. Aber nicht alle Materialien werden per Luftfracht transportiert. Um Zeit und Geld zu sparen, schicken wir zu Beginn des Jahres vier separate Container nach Bahrain, Australien, Malaysia und China."

Melbourne 2011: Die Hotels sind schon gebucht

"Darin enthalten ist das meiste der Infrastruktur, die wir vor Ort brauchen - nicht aber unsere technische Ausrüstung oder Autoteile", erläutert der Logistikchef der Scuderia. "Die eben angesprochenen Container werden per Seefracht wieder zurück nach Europa geschafft, wo sie neu verpackt werden, um dann für die abschließenden Saisonrennen noch einmal verschifft zu werden."

Während die Container ihre Reise antreten, ist die Unterbringung der Crew schon seit Monaten besiegelt. Auch diese Aufgabe wird Balocchi alljährlich zuteil. Der Italiener muss dafür sorgen, dass die bis zu 65 Teamangestellten vor Ort in maximal zwei Hotels unterkommen. Die Beschränkung auf zwei Herbergen mache die Logistik im Hinblick auf die Anzahl der Mietautos "deutlich einfacher".

"Wir haben eine Partnerschaft mit Europcar und die örtlichen FIAT-Importeure unterstützen uns ebenfalls", erläutert Balocchi und fügt abschließend hinzu: "Die Hotelbuchungen nehme ich meist ein Jahr im Voraus vor. So habe ich in dieser Woche bereits unsere Bedürfnisse für 2011 mit den Hotels in Melbourne besprochen." Bald wird Balocchi dann auch die Rückkehr nach Sepang planen.

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