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Ersatzflügel: McLaren geht auf Nummer sicher

09. März 2010 - 15:56 Uhr

Jonathan Neale ist optimistisch, was die Legalität des McLaren-Heckflügels angeht, dennoch bringt das Team eine Ersatzlösung nach Bahrain mit

McLaren-Heckflügel
Der McLaren-Heckflügel ist vor dem ersten Rennen Gegenstand von Diskussionen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der McLaren-Heckflügel ist bei der Konkurrenz höchst umstritten, seit Jenson Button und Lewis Hamilton mit dem MP4-25 bei den Wintertestfahrten auf den Geraden schneller unterwegs waren als alle anderen. Ob das nur am Heckflügel liegt, ist zwar fraglich, aber auf einen Schlitz eben dort scheint sich alles zu konzentrieren.

Am lautesten protestierte Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegen die McLaren-Lösung, aber auch Ferraris Stefano Domenicali wünscht sich hinsichtlich des Schlupflochs Klarheit. Diese hätte FIA-Inspektor Charlie Whiting vergangenen Freitag bei einem schon lange geplanten Besuch in der McLaren-Fabrik schaffen können, doch Whiting wurde am Flughafen in São Paulo aufgehalten. Nun steht eine Inspektion im Rahmen der technischen Abnahme in Bahrain an.

"Charlie inspiziert nicht wirklich", zeigt sich McLaren-Technikchef Jonathan Neale unbesorgt, "sondern er wird weiterhin bestätigen, dass er zufrieden ist, was wir schon die ganze Zeit versuchen. Es ist bedauerlich, dass sein Flug abgesagt und er 24 Stunden in São Paulo festgehalten wurde, denn es wäre nett gewesen, die Gelegenheit mit ihm und einigen anderen FOTA-Mitgliedern zu nutzen, um das Thema noch in Großbritannien zu erledigen, aber wir sehen das entspannt."

McLaren sucht in der Angelegenheit ganz bewusst den Dialog mit Whiting, der den Heckflügel als legal eingestuft hat, und mit der Konkurrenz: "Wir haben mit Stefano und einigen anderen Teamchefs gesprochen. Die wollen natürlich alle Klarheit", sagt Neale. "Wir tun das Gleiche, wenn es um Entwicklungen einiger anderer Teams geht. Es ist allerdings nichts Verwerfliches dabei, sondern wir sind zuversichtlich, dass unser Auto legal ist."

Der formelle Ablauf sieht nun so aus, dass der McLaren-Heckflügel zunächst am Donnerstag die technische Abnahme überstehen muss. Anschließend haben die anderen Teams Gelegenheit, Protest einzulegen. Dieser kann angenommen oder abgewiesen werden. McLaren hätte anschließend die Möglichkeit, in letzter Instanz das Internationale Berufungsgericht der FIA zu bemühen. Den Fans ist das von der Diffusordiskussion noch bestens bekannt.

Zur Sicherheit bringt McLaren einen zweiten Heckflügel nach Bahrain mit: "Das ist kein radikal anderes Paket, aber man weiß nie, was die Kommissare entscheiden", erklärt Neale. "Im Interesse der Transparenz werden wir von der FIA bestens beraten. Wenn die Kommissare aber eine andere Entscheidung treffen, dann ist es unsere Pflicht, trotzdem zu fahren, also haben wir ein zweites Kontingent dabei. Dem würde ich aber keine große Bedeutung beimessen."

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