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Todt über Sparmaßnahmen und Schlupflöcher

09. Februar 2010 - 10:14 Uhr

FIA-Präsident Jean Todt freut sich über die Rückkehr von "Freund Michael Schumacher" und erwartet eine spannende Formel-1-Saison

Jean Todt
Jean Todt will sich als vorsichtiger Reformer bei der FIA präsentieren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jean Todt ist nun seit drei Monaten im Amt. Der ehemalige Peugeot- und Ferrari-Rennleiter hat beim Automobilweltverband FIA das Ruder von Max Mosley übernommen. Todt verkündete, er werde sich trotz seiner Ferrari-Vergangenheit stets um Neutralität bemühen. Auch wolle er der FIA mehr Transparenz und neue Strukturen verpassen, so der Franzose bei seinem Amtsantritt.

"Ich habe immer noch viel Arbeit", sagt Todt in der 'Gazzetta dello Sport'. Und weiter: "Der Unterschied zu meinen Zeiten bei Ferrari und Peugeot ist, dass ich dort gut bezahlt wurde, hier hingegen nicht. Ich mache dies aus Leidenschaft, um dem Sport etwas zurückzugeben." Der 63-Jährige will vor allem eines: Ruhe. Nach turbulenten Mosley-Jahren sollen die FIA und die Formel 1 in gesunde Bahnen gelenkt werden.


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"Max Mosley ist ein kluger Mann und er hat viele gute Dinge auf den Weg gebracht. Man muss sich nur einmal vor Augen halten, dass seit dem Senna-Unfall niemand mehr umgekommen ist", lobt Todt seinen Amtsvorgänger. "Aber jeder hat seinen eigenen Stil." Mit ruhiger Hand will der neue FIA-Präsident neue Maßnahmen zur Kostensenkung etablieren.

"Ich bin ein Gegner der Budgetgrenze", erklärt der Franzose klipp und klar. "Du kannst mit der gleichen Summe beispielsweise in China mehr anstellen als anderswo. Wir sollten die Kosten über andere Regeln einschränken. Zum Beispiel dadurch, dass es nur noch ein einziges Aerodynamikpaket für die Saison gibt." Mit einer solchen Vorgabe würde Todt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

"Eine Garantie gibt es nie, denn Ingenieure sind schlaue Köpfe"
Jean Todt

Die Entwicklung würde auf diesem Wege erheblich eingeschränkt, Testfahrten und Windkanalversuche könnten entfallen. Allerdings würde man gleichzeitig womöglich an Spannung einbüßen, denn die Hackordnung dürfte schnell für den Rest des Jahres zementiert sein."Die Regeln müssen klarer werden. Aber eine Garantie gibt es nie, denn Ingenieure sind schlaue Köpfe", sagt Todt.

Man brauche mehr Strecken im Formel-1-Kalender, die fahrerische Leistungen hervorheben. Allerdings werden die Strecken von Vermarkter Bernie Ecclestone ausgewählt und nur von der FIA abgenommen. Es ist fraglich, ob sich Ecclestone von Todt Vorgaben bezüglich der Wahl der Austragungsorte machen lässt. Umgekehrt würde sich auch die FIA nichts von Ecclestone vorschreiben lassen.

Todt macht dies anhand des Beispiels Stefan GP klar. Bisher gilt es als nahezu sicher, dass die Serben schnell nachrücken, falls entweder Campos oder US F1 aufgeben müssen. "Ein Team darf drei Rennen aussetzen, allerdings nicht direkt hintereinander", erklärt der FIA-Boss. "Wenn ein Team aus der WM aussteigt, dann rückt nicht automatisch jemand nach. Die FIA entscheidet darüber."

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