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Marko: "Vettel hat bei uns eine Ausnahmestellung"

09. Februar 2010 - 14:15 Uhr

Red-Bull-Konsulent Helmut Marko enthüllt, wie Sebastian Vettel vor jedem Rennen untertaucht, und erklärt, warum ihm das vom Team gestattet wird

Sebastian Vettel und Helmut Marko
Sebastian Vettel im Gespräch mit Red-Bull-Konsulent Helmut Marko
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Offiziell gibt es bei Red Bull keine Nummer eins, aber wenn man mit den Verantwortlichen spricht, hat man sehr wohl das Gefühl, dass ihnen Sebastian Vettel besonders am Herzen liegt. Zwar wird auch Mark Webber teamintern geschätzt, aber der Australier ist eben nicht in der Red-Bull-Familie groß geworden und hat ihr auch nicht den ersten Sieg in der Formel 1 beschert.

Diese Liebe beruht auf Gegenseitigkeit, denn Vettel hat beispielsweise keinen eigenen Manager, sondern legt das Organisatorische ganz in die Hände von Red-Bull-PR-Lady Britta Roeske - aber nicht nur: "Das ganze Team schaut auf ihn", sagt Red-Bull-Konsulent Helmut Marko, "denn es kann nur ein Gesamtpaket erfolgreich sein. Trotz dieser hochgestochenen Technologie ist es ganz wichtig, dass der Fahrer diese letzten Hundertstel herausquetscht."

"Das ist vielleicht nach außen nicht ganz so durchgedrungen, aber es hat auch innerhalb der Saison 2009 eine kontinuierliche Steigerung des fahrerischen Potenzials gegeben", lobt der Österreicher. "Wir arbeiten viel mit dem Simulator. Wir haben einen sehr guten. Vettel war diese Woche in Milton Keynes. Da hat es seit November auch schon wieder eine fahrerische Steigerung gegeben. Das heißt, sein Reifeprozess ist bei weitem noch nicht abgeschlossen."

"Ich glaube auch nicht, dass wir bald schon das Limit des Sebastian Vettel sehen werden", erwartet Marko weitere Großtaten vom 22-jährigen Ausnahmetalent aus Heppenheim. Denn was oft vergessen wird: Obwohl Vettel schon fünf Grands Prix gewonnen und um einen WM-Titel gekämpft hat, steht er erst vor seiner dritten vollen Formel-1-Saison. Selbst Leute wie Adrian Sutil oder Heikki Kovalainen haben mehr Erfahrung als er.

Marko, der seine Red-Bull-Junioren bekanntlich nicht immer mit Samthandschuhen anfasst, hält große Stücke auf Vettel - so große, dass er ihm sogar Freiheiten einräumt, die an und für sich ungewöhnlich sind: "Vettel hat bei uns insofern eine Ausnahmestellung, als er sich nach seinem eigenen Gutdünken auf die Rennen vorbereiten kann - mit einer guten medizinischen und psychologischen Unterstützung, aber er ist dann zwei Tage für niemanden erreichbar", so der Ex-Formel-1-Pilot.

"Wir wissen das. Auch ich kann ihn da nicht erreichen. Das hat er beibehalten", berichtet Marko von Vettels geheimer Rennvorbereitung. Und selbst eine sehr stark auf das globale Marketing ausgerichtete Firma wie Red Bull akzeptiert es, wenn der junge Mann im Formel-1-Cockpit nicht immer im Rampenlicht stehen will: "Seine Medienauftritte sind auf ausdrücklichen Wunsch von ihm reduziert. Daran hält er sich", so der 66-Jährige.

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