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Erwartungen hoch: Rosberg bittet um Geduld

26. Februar 2010 - 10:26 Uhr

Mercedes macht sich wegen der durchschnittlichen Testleistungen noch keine großen Sorgen, spricht aber nicht von Siegen am Saisonbeginn

Nico Rosberg
Nico Rosberg geht zurückhaltend in die am 14. März beginnende Saison
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Testzeiten zu lesen, ist diesen Winter schwieriger als je zuvor. Mercedes-Sportchef Norbert Haug lässt sich von den Topzeiten von Red Bull und heute Morgen auch Ferrari nicht verunsichern, denn: "Das ist noch lange nicht der Maßstab." Aber den Fans der neuen Silberpfeile wäre wahrscheinlich wohler, wenn es die eine oder andere Bestzeit mehr geben würde.

Auch Neuzugang Nico Rosberg scheint sich langsam damit anzufreunden, dass es zumindest am Saisonbeginn schwierig werden könnte, ganz vorne mitzufahren: "Die Erwartungen sind sicherlich hoch, aber man darf nicht vergessen, dass es das erste Jahr ist. Wir planen mittelfristig", bittet der Deutsche um Geduld. "Wir sollten konkurrenzfähig sein, aber wenn nicht, dann haben wir noch ein paar Monate Zeit, um das Auto zu verbessern und den ersten Sieg zu feiern."

Brawn bleibt zurückhaltend

Sogar Teamchef Ross Brawn klingt vorsichtig, wenn er der 'Gazzetta dello Sport' in Anspielung auf die anfängliche Dominanz im Vorjahr sagt: "Wir wissen, dass wir diese Leistungen nicht wiederholen können. Ob das Auto ein Siegerauto ist, kann ich noch nicht sagen, aber es ist nicht so schlecht. Wir hatten ein paar kleine Probleme, aber trotz des schlechten Wetters gab es schon in Jerez Verbesserungen. Wir verstehen das Auto und die Reifen jetzt besser."

Michael Schumacher und Norbert Haug
Mercedes-Sportchef Norbert Haug und Superstar Michael Schumacher
© xpb.cc

Doch Mercedes legt immerhin nach, plant für Bahrain ein stark überarbeitetes Paket mit einem neuen Diffusor. Angeblich sollen sogar für den morgigen Barcelona-Test neue Teile aus Brackley eintreffen. Haug relativiert: "Alle haben Upgrades - eines hier, eines für Bahrain." Man darf annehmen, dass die meisten Neuerungen noch diese Woche zumindest einmal ausprobiert werden, damit man sie nicht völlig unerprobt im ersten Rennen verwenden muss.

In das Bahrain-Update setzt Rosberg jedenfalls große Hoffnungen: "Alles liegt eng beisammen. Unser Schritt für Bahrain ist so groß, dass er einiges ändern könnte. Daher macht es jetzt keinen Sinn, Vorhersagen zu treffen", sagt er. Aber wird das Team in Bahrain so überlegen sein wie in Australien 2009, Nico? "Das wird schwierig, das ist klar", entgegnet er. "Die Regeln sind abgesehen vom größeren Benzintank gleich geblieben, also konnten alle aufholen."

Williams und Mercedes im Vergleich

Zumindest befindet sich der langjährige Williams-Pilot nun bei einem Rennstall, der die Ressourcen hat, auch während der Saison große Schritte zu machen. Aber: "Williams war auch ein gutes Team", schränkt Rosberg ein. "Ich sehe Bereiche, in denen Williams besser war, und ich sehe auch Bereiche, in denen Mercedes besser ist. Aber natürlich ist Mercedes ein sehr starkes Team, auch intern. Es ist beeindruckend, wie sie arbeiten."

Ein großes Plus von Mercedes könnte der Motor sein, der als leistungsstark und verbrauchsarm gilt. Das könnte diese Saison den entscheidenden Unterschied ausmachen, denn mit dem Nachtankverbot bedeutet ein geringerer Verbrauch weniger Gewicht am Start - und zehn Kilogramm weniger Benzin machen je nach Rennstrecke einen Vorteil von drei bis fünf Zehntelsekunden aus. Insofern versuchen natürlich alle Hersteller, den Verbrauch zu senken.

Das kann zum Beispiel auch über ein mageres Gemisch entstehen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, sei jedoch dahingestellt: "Jeder hat den Motor soweit verbessert, wie es das Reglement zulässt. Aber es muss nicht zielführend sein, das Gemisch so mager wie möglich zu halten, denn das bedeutet eine höhere Belastung für den Motor. Die Frage ist, wie weit man gehen kann", gibt Haug abschließend zu Protokoll.

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