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Zurück aus der Rente: Peter Saubers Neuanfang

31. Januar 2010 - 17:22 Uhr

Eigentlich wollte Peter Sauber die Rennen nur noch als Zuschauer verfolgen, doch jetzt ist der Schweizer als Retter zurück in der Rolle des Teamchefs

Peter Sauber (Teamchef)
Peter Sauber steht dieses Jahr wieder an der Boxenmauer
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit 66 Jahren - da fängt alles wieder von vorne an. Peter Sauber ist wieder Teamchef und Teambesitzer. Vier Jahre lang hatte er eine vergleichsweise gemütliche Beraterrolle inne, dann verlangte ihm die zweite Jahreshälfte 2009 alles ab.

Als sich BMW aus der Formel 1 zurückzog, kämpfte Sauber zusammen mit Monisha Kaltenborn und den Verantwortlichen bei BMW um einen Rettungsplan für sein Lebenswerk. "Ich wollte die Arbeitsplätze und den Technologiestandort erhalten", entschied er.

Saubers Rolle im Team ist nicht mehr die gleiche wie früher. Er ist zwar immer noch Präsident des Verwaltungsrates und führt die Mannschaft an der Rennstrecke als Teamchef, aber er greift nicht mehr ins operative Geschäft in Hinwil ein. Das besorgt das Führungsteam unter der Leitung von Managing Director Monisha Kaltenborn. "Ich werde mich nach wie vor über alle wichtigen Vorgänge informieren", sagt Sauber, "aber das operative Geschäft überlasse ich dem Management in Hinwil."

Diese Aufgabenteilung bringt nicht nur frischen Wind ins Unternehmen, sondern lässt Sauber auch etwas Luft zum Atmen. Er lebt zeitweise in seiner Wohnung in Wilen am Zürichsee und zeitweise an seinem Zweitwohnsitz in Laax. Wenn es die knappe Zeit zulässt, schwingt er sich gerne mal für einen Ausritt auf sein Motorrad, oder er schnallt sich die Skier an.

Als BMW 2005 das Team übernahm, hatte er strahlend gesagt: "Das ist für mich, als würde ich als Brautvater meine Tochter zum Altar führen." Vier Jahre später krempelte er die Ärmel wieder hoch. Als Privatteam in der Formel 1 zu bestehen, hatte ihm auch schon früher schwierige Phasen beschert. Er hat sie stets leise überwunden, untypisch für die Formel 1. Peter Sauber will eigentlich gar nicht in die von Glamour und manchmal polternder Politik durchwehte Welt passen.

Er kam ohne Skandale durch alle Dienstjahre, ist seit über vier Jahrzehnten mit derselben Frau verheiratet und benennt unverdrossen seine Rennwagen nach ihr - das C steht für Christiane Sauber. Das Paar hat zwei längst erwachsene Söhne - Philipp und Alex. Der jüngere der beiden, Alex, geboren 1973, leitet seit 2010 den Bereich Marketing im väterlichen Unternehmen.

Im Januar 2006 wurde Peter Sauber vom Fernsehpublikum aus allen Schweizer Sprachregionen zum Schweizer des Jahres 2005 gewählt. Damit würdigten seine Landsleute nicht nur seine sportlichen Leistungen, sondern auch die wirtschaftlichen.

Als Rennfahrer hätte es der gelernte Elektromonteur zumindest nach eigener Auffassung nicht sehr weit gebracht, obwohl er 1970 mit dem C1, seinem ersten selbst konstruierten Rennsportwagen, sogar den Schweizer Meistertitel geholt hatte. Doch die Leidenschaft für das Konstruieren war größer, der Mut zur Selbstständigkeit passte dazu, und mit seiner Fähigkeit, andere zu überzeugen, hat er es weit gebracht.

Das gilt zum einen in der Innenwirkung. Die Formel 1 laugt die Leute schnell aus, dennoch sind einige Mitarbeiter nun seit über 20 Jahren an Bord. Seine Überzeugungskraft setzte Peter Sauber aber auch im Dialog mit Konzernchefs erfolgreich ein. Er holte Mercedes Mitte der 80er Jahre in den Motorsport zurück, und es war sein Team, mit dem BMW eine Zukunft in der Königsklasse plante.

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