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Die größten Formel-1-Skandale der letzten 15 Jahre

16. September 2009 - 15:44 Uhr

Jerez, Indianapolis und nun Singapur: Die "Crashgate"-Affäre reihte sich nahtlos in die Reihe der großen Formel-1-Skandale ein

Briatore und Symonds
Alte Formel-1-Weggefährten: Flavio Briatore und Pat Symonds
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/SID) - Mit der "Crashgate"-Affäre erlebte die Formel in den vergangenen Tagen und Wochen einen weiteren der vielen Skandale der vergangenen Jahre. Am Mittwoch fand die Geschichte ihren bisherigen Höhepunkt, als sich Renault von Teamchef Flavio Briatore und Chef-Ingenieur Pat Symonds trennte. Hier eine Auflistung der größten Formel-1-Skandale der letzten 15 Jahre.

1994: Michael Schumacher wird nachträglich der zweite Platz beim England-Grand-Prix aberkannt. Außerdem wird der Benetton-Pilot in der Berufungsverhandlung für zwei Rennen gesperrt. Er hatte am 10. Juli in der Einführungsrunde den Williams des Briten Damon Hill verbotenerweise überholt und kam danach der Aufforderung der Rennleitung, eine Zeitstrafe an der Box abzusitzen, nicht nach. Anschließend ignorierte er mehrfach die Schwarze Flagge.

1994: Michael Schumachers Sieg beim Großen Preis von Spa wird wenige Stunden nach dem Rennen annulliert. Die Holzplatte am Unterboden seines Benetton-Ford wies um Millimeter nicht die vorgeschriebene Mindeststärke auf.

1994: Michael Schumacher beschädigt nach einem Ausrutscher im WM-Finale in Adelaide seinen Benetton. Kurz lädt er seinen Rivalen Damon Hill zu einem Überholversuch ein, beide Autos kollidieren. Schumacher scheidet sofort aus, Hill wenig später - Schumi ist erstmals Weltmeister.

1995: Bei Benzinproben an Michael Schumachers Benetton und David Coulthards Williams werden beim Großen Preis von Brasilien Abweichungen zum vorliegenden chemischen Muster festgestellt. Schumacher bleibt dennoch Sieger und Coulthard Zweiter. Ihren Teams werden jedoch die Punkte für die Konstrukteurs-WM abgenommen.

Schumacher und Villeneuve
Jerez 1997: Michael Schumacher rammt WM-Rivale Jacques Villeneuve
© Imago

1997: Michael Schumacher scheidet nach einem Rammstoß gegen Jacques Villeneuve (Williams) beim Großen Preis von Europa in Jerez aus, der Kanadier kann weiterfahren, wird Dritter und damit Weltmeister. Schumacher werden später von der FIA alle WM-Punkte des Jahres sowie der Vize-Weltmeistertitel aberkannt.

1999: Michael Schumacher und Eddie Irvine werden beim Großen Preis von Malaysia nach einem Ferrari-Doppelsieg nachträglich disqualifiziert, weil ihre Autos nicht dem technischen FIA-Regelwerk entsprechen. Die seitlichen Windabweiser der beiden Ferrari stehen mehr als die vorgeschriebenen zehn Millimeter nach außen ab. Später wird die Disqualifikation aufgehoben.

2001: "Let Michael pass for the Championship" - mit diesem Satz befiehlt der damalige Ferrari-Teamchef Jean Todt Rubens Barrichello, Michael Schumacher beim Österreich-GP 2001 im Sinne der Fahrer-WM auf der Zielgeraden passieren zu lassen. Zunächst gibt es keine Konsequenzen, die Stallorder wird erst nach einem weiteren Vorfall mit Ferrari verboten.

2005: BAR-Honda wird wegen eines illegalen Zusatztanks für zwei Rennen gesperrt.

Grid in den USA
Skandal in Indy 2005: Nur sechs Formel-1-Autos in der Startaufstellung
© xpb.cc

2005: Der Reifen-Skandal von Indianapolis: Die 14 mit Michelin bereiften Autos gehen aus Sicherheitsgründen nicht an den Start. Lediglich sechs Autos mit Bridgestone-Reifen fahren das Rennen.

2007: In der Spionage-Affäre bekommt McLaren-Mercedes von der FIA eine Rekordstrafe aufgebrummt: Die Silberpfeile bekommen alle Konstrukteurspunkte in der WM-Wertung aberkannt und müssen eine Geldstrafe von 100 Millionen Dollar zahlen. Der Rennstall wird für schuldig befunden, geistiges Eigentum des Rivalen Ferrari genutzt zu haben.

2008: Rassismus-Eklat in Barcelona: Auf dem Höhepunkt einer Fehde zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton entlädt sich die Wut der spanischen Fans bei den Testfahrten in Barcelona. Anti-McLaren-Transparente, fliegende Gegenstände und rassistische Parolen gegen Hamilton, der als "scheiß Nigger" und "schwarze Schlampe" beleidigt wird.

2009: McLaren-Mercedes wird in der Lügen-Affäre für drei Rennen auf Bewährung gesperrt. Weltmeister Lewis Hamilton und der damalige McLaren-Sportdirektor Dave Ryan sollen nach dem Großen Preis von Australien die Renn-Kommissare angelogen haben. Die Dauer der Bewährung beträgt zwölf Monate.

2009: Renault gibt zu, beim Grand Prix 2008 in Singapur Nelson Piquet junior zu einem Unfall angestiftet zu haben. Damit war der Weg für dessen Teamkollegen Fernando Alonso, der bereits vor der folgenden Safety-Car-Phase getankt hatte, zum Sieg frei.

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