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Fry: "Wir mussten einen anderen Weg einschlagen"

19. Juni 2009 - 13:33 Uhr

Brawn-Geschäftsführer Nick Fry will trotz der angekündigten Abspaltung weiterhin mit der FIA über eine Kompromisslösung für 2010 verhandeln

Nick Fry (Geschäftsführer)
Brawn-Geschäftsführer Nick Fry würde an den Verhandlungstisch zurückkehren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Seit Freitagmorgen ist klar, dass es die Rennställe der Teamvereinigung FOTA ernst meinen: Sollte der Automobil-Weltverband FIA sich nicht kompromissbereit zeigen und an den Verhandlungstisch mit den Teams zurückkehren, dann könnten die Mannschaften der FOTA ab 2010 ihr eigenes Rennsüppchen kochen und der Formel 1 den Rücken zuwenden. Während Nick Fry auf eine Lösung des Streits hofft, befürwortet Jackie Stewart die Abdankung von Max Mosley.

Diesen Reaktionen gingen allerdings noch einmal intensive Beratungen voraus, ehe die FOTA in den frühen Morgenstunden des Freitags ihren Entschluss verkündete, künftig eigenverantwortlich agieren zu wollen. "Wir hatten heute Nacht einige gute Diskussionen", wird Fry von 'Reuters' zitiert. "Die Verhandlungen mit Bernie Ecclestone und Max Mosley waren ausgiebig und wurden mit gutem Willen durchgeführt. Leider haben wir dabei nicht erreicht, was wir wollten."

Fry: Die Gespräche sollen weitergehen

"Also mussten wir einen anderen Weg einschlagen", erklärte Fry und verwies auf die Hintergründe der Streitigkeiten zwischen Automobil-Weltverband FIA und Teamvereinigung FOTA: "Es liegt an einer Kombination von verschiedenen Dingen. Einige der Entscheidungen wurden ohne die Zustimmung der Teilnehmer getroffen. Die Reduzierung der Kosten wird von den Teams unterstützt, doch die Art und Weise stößt nicht bei allen Rennställen auf Zustimmung."

Die FIA hatte unlängst ein Reglement für 2010 verabschiedet, wonach die Rennställe der Formel 1 künftig mit einem maximalen Budget von etwa 40 Millionen Euro pro Jahr auskommen müssen - für die Teams eine inakzeptable Summe. Fry: "Für kleinere Teams ist es nicht so sehr das Problem, auf diese Zahlen zu kommen. Für die großen Rennställe ist das weitaus schwieriger und dafür brauchen diese Teams einfach mehr Zeit."

Mehr Zeit wünscht sich Fry auch für weitere Verhandlungen mit Ecclestone und Mosley, wie er dem 'Guardian' verriet: "Aus unserer Sicht hoffe ich sehr, dass die Gespräche weitergehen werden", meinte der Brite und nahm den FIA-Präsidenten in die Verantwortung: "Jetzt liegt es an Max Mosley. Wir müssen uns darauf verständigen, wie wir die Kosten reduzieren wollen. Es geht letztendlich um die Art und Weise."

Stewart: Mosley-Entscheidungen sind fragwürdig

Auch der ehemalige Formel-1-Weltmeister Stewart hält eine Einigung nach wie vor für möglich. "Noch ist Raum für weitere Diskussionen und wenn die Sportbehörde von einigen ihrer Punkte Abstand nimmt, dann ist es durchaus möglich, dass sich die Beteiligten unter einem neuen Management wieder zusammenfinden", sagte der Schotte gegenüber 'Reuters'. "Das große Problem ist in meinen Augen, dass Max schlichtweg zu weit gegangen ist."

"Die Teams haben schließlich darauf reagiert und gesagt: 'Es tut uns leid, aber uns reicht es jetzt.' Es ist gut möglich, dass Max jetzt seinen Hut nehmen muss. Ich gehe davon aus, dass die Teams die Abdankung von Max wollen", meinte der frühere Tyrell-Pilot. "Offen gesagt, waren einige seiner Entscheidungen in den vergangenen Jahren überaus fragwürdig. Da war zum Beispiel die Strafe für McLaren-Mercedes über 100 Millionen Dollar."

"Noch nie in der Geschichte des Sports ist ein Bußgeld in dieser Höhe von einer Sportbehörde verhängt worden - für ein Vergehen, das niemals bewiesen wurde. Und das ging von ihm aus. Ich denke, viele Leute haben die Nase voll von seiner diktatorischen Einstellung", fügte Stewart abschließend an. "Er hat eine große Machtposition inne, aber auch große Bäume werden zuweilen vom Wind umgeweht."

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