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Bell: "In Silverstone werden wir es besser machen"

15. Juni 2009 - 14:45 Uhr

Renault-Technikchef Bob Bell erklärt, dass Renault noch in dieser Saison um Podiumsplätze mitfahren will

"Ein Erfolg in Silverstone schmeckt noch etwas süßer als anderswo", sagt Bell.
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Nach einem Grand Prix zum Vergessen in Istanbul hofft die Renault-Mannschaft, dass beim kommenden Rennen in Silverstone die Trendwende gelingen wird. Für das gesamte Team ein enorm wichtiges Rennen, schließlich liegt die Formel-1-Fabrik von Renault quasi um die Ecke. Noch in dieser Saison soll das Auto wieder in der Lage sein, um Podiumsplätze mitzufahren.

Frage: "In der Türkei ging das Team leer aus. Entspricht das dem derzeitigen Leistungsstand oder gab es andere Gründe für das enttäuschende Abschneiden?"
Bob Bell: "Ich glaube, dass unser Istanbul-Ergebnis nicht das wahre Bild unserer momentanen Leistungsfähigkeit gezeigt hat. Fernando hatte im Qualifying einige Schwierigkeiten, die Reifen auf optimale Temperatur zu bringen, und fuhr keine perfekte Runde. Als Konsequenz sprang ein schlechterer Startplatz heraus als möglich. Wäre er ein oder zwei Reihen weiter vorn losgefahren, wäre er nach seinem ersten Tankstopp nicht in den Verkehr geraten und hätte wahrscheinlich Punkte geholt. Bei Nelson stand nach dem problematischen Qualifying fest, dass er im Rennen wenig Perspektiven nach vorn besaß. Doch er fuhr sehr angriffslustig und holte aus dem Auto heraus, was ging."

Frage: "Fernando und Nelson drängen auf weitere Verbesserungen am Renault R29. Können Sie den beiden Hoffnung machen?"
Bell: "Ja, denn wir reagieren schnell auf neue Anforderungen. Was uns in diesem Jahr schon mehrfach ausgezeichnet hat, ist unsere Fähigkeit, neue Entwicklungen sehr zügig auch wirklich im Rennen einzusetzen. Etwa der Doppeldiffusor: Normalerweise benötigt so ein komplexes Bauteil rund 15 Wochen bis zur Rennreife - wir haben es in fünf Wochen geschafft, was ich für eine herausragende Leistung des Teams halte. Wir werden weiter schnell reagieren, und wenn wir feststellen, dass eine neue Komponente die erwünschte Verbesserung bringt, setzen wir alles Menschenmögliche daran, sie so bald wie möglich im Grand Prix zu verwenden."

Frage: "Am kommenden Wochenende geht es nach Silverstone - wird das Hochgeschwindigkeits-Layout dieser Strecke dem Renault R29 liegen?"
Bell: "Wir sind ziemlich zuversichtlich für Silverstone, auch wenn uns klar ist, dass wir nicht plötzlich um Podestplätze kämpfen werden. Der Highspeed-Charakter sollte uns liegen, denn der Renault R29 funktioniert in schnellen Kurven besonders gut. Im Bereich der Bremsanlage haben wir im Moment sicher Verbesserungsbedarf, doch das Layout von Silverstone nimmt die Bremsen nicht übermäßig hart ran. Kurz gesagt: Wir erwarten ein deutlich besseres Ergebnis als in der Türkei."

Frage: "Welche Neuentwicklungen sind für den britischen Grand Prix geplant?"
Bell: "Vorgesehen sind ein Update für den Diffusor, das ich für einen echten Fortschritt halte, sowie ein modifiziertes Frontflügel-Paket. Mit einigen Änderungen am vorderen Spoiler haben wir in Istanbul gute Erfahrungen gemacht. In Silverstone wird nun eine erweiterte Version dieses Flügels eingesetzt, von der wir glauben, dass sie das Auto verbessert. Außerdem gibt es ein paar mechanische Änderungen. Die beziehen sich zwar eher auf die Funktionalität als auf die Schnelligkeit, aber auch solche Modifikationen sind wichtig und helfen uns weiter."

Frage: "Silverstone liegt nur einen Steinwurf von der Formel-1-Heimatbasis in Enstone entfernt. Was bedeutet das für das Team?"
Bell: "Der britische Grand Prix ist für alle in England beheimateten Teams ein Meilenstein zur Saisonmitte. Sehr viele Mitarbeiter kommen zu diesem Rennen. Das sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre, die wir sehr genießen. Wir geben zwar bei jedem Rennen unser Bestes, aber ein Erfolg in Silverstone schmeckt noch etwas süßer als anderswo."

Frage: "Glauben Sie, dass Renault bis Saisonende nochmals in den Kampf um die Podestplätze eingreifen kann?"
Bell: "Das ist zumindest unsere Absicht. Wenn wir die Performance in den Qualifyings als Maßstab nehmen, ist deutlich zu sehen, dass wir uns kontinuierlich verbessert haben. Den Rückstand zum Schnellsten des zweiten Quali-Abschnitts - wenn alle unter gleichen Bedingungen fahren -konnten wir konstant verringern. Dasselbe ist uns voriges Jahr gelungen. In dieser Saison schließen wir die Lücke sogar noch schneller. Deshalb glauben wir, dass wir bis zum Saisonende wieder in Reichweite der Podestplätze sein werden."

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