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Nebenbaustelle Sport: Bestzeit für Red Bull

19. Juni 2009 - 12:32 Uhr

Im Schatten der politischen Diskussionen fuhr Sebastian Vettel im ersten Freien Training in Silverstone Bestzeit - Jenson Button auf Platz drei

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel sicherte sich im ersten Training in Silverstone die Bestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In Silverstone drehte sich heute Morgen klarerweise alles um die in der Nacht beschlossene Abspaltung der acht FOTA-Teams von der Formel 1 - jedes Mal, wenn Max Mosley oder Bernie Ecclestone durch das Fahrerlager marschierten, kam es zwischen den Kamerateams zu regelrechten Schlachten um die beste Perspektive und ein paar O-Töne.

Ganz nebenbei wurde auch ein bisschen gefahren, nämlich das erste Freie Training zum Grand Prix von Großbritannien. Dieses dominierten die beiden Red-Bull-Renault- vor den Brawn-Mercedes-Piloten, was darauf schließen lässt, dass sich am Kräfteverhältnis seit Istanbul nicht allzu viel geändert hat. Schnellster Mann der ersten 90 Minuten war aber nicht der WM-Leader, sondern Sebastian Vettel, der im letzten gezeiteten Versuch seiner 20 Runden 1:19.400 Minuten markierte.

Vettel trotz Buemi zur Bestzeit

Vettel war schon davor mehrere Male unterwegs zu einer neuen Bestzeit, wurde aber im vorletzten Anlauf ausgerechnet von Rookie Sébastien Buemi (19./Toro-Rosso-Ferrari/+ 2,190/37 Runden) entscheidend aufgehalten. Buemi befand sich in den letzten Minuten auf einem Longrun und durfte sich zunächst auch fleißigster Trainierer im Feld nennen. Vettels Bestzeit konnte seine unabsichtliche Blockade aber ohnehin nicht verhindern.

Der Deutsche zeigte sich bemüht, das Machtgeplänkel hinter den Kulissen so gut es geht zu ignorieren: "Wichtiger ist, dass wir uns hier auf unsere Sache konzentrieren. Unser Auto hat ein paar neue Sachen dran, man sieht vor allem die breite Nase. Das sollte uns nach vorne bringen - hoffentlich weit genug, um Brawn zu knacken", sagte der Sieger von Schanghai, dessen neue Frontpartie tatsächlich stark verändert daherkommt.

Vettel war heute Morgen auch schon schneller als die besten Freitagszeiten von 2008 und verwies seinen Teamkollegen Mark Webber (19 Runden) um 0,282 Sekunden in die Schranken. Damit fuhren die beiden in einer eigenen Liga, denn Lokalmatador Jenson Button (3./20 Runden) fehlten bereits 0,827 Sekunden auf die Spitze. Der Brite verlor am Ende seinen linken Rückspiegel, war aber dennoch um 15 Tausendstelsekunden schneller als Rubens Barrichello im zweiten Brawn-Mercedes.

Missverständnis in Becketts

Lewis Hamilton
Vorjahressieger Lewis Hamilton fuhr ohne KERS auf den achten Platz
© xpb.cc

Hinter den vier Topautos folgten Fernando Alonso (Renault/+ 1,058/26 Runden) und Felipe Massa (Ferrari/+ 1,071/23 Runden), die sich gegen Halbzeit beinahe in die Quere gekommen wären: Erst lief Massa im letzten Sektor auf den langsam fahrenden Adrian Sutil (11./Force-India-Mercedes/+ 1,513/22 Runden) auf, dann ging das Trio fast Seite an Seite in den schnellen Becketts-Komplex - doch die für einen Freitag unnötige Szene blieb ohne weitere Folgen.

Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es nicht, sieht man einmal von je zwei kleinen Schnitzern von Timo Glock (16./Toyota/+ 1,986/32 Runden) und Nelson Piquet (18./Renault/+ 2,125/30 Runden) ab. Ganz fehlerfrei blieb hingegen Vorjahressieger Lewis Hamilton (+ 1,250/26 Runden), der seinen unterlegenen McLaren-Mercedes ohne KERS auf Rang acht prügelte. Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,415/32 Runden) wurde Neunter.

Rosberg voller Vorfreude

Timo Glock
Timo Glock im Toyota drehte sich im ersten Freien Training gleich zweimal
© xpb.cc

Der Deutsche fiebert dem Williams-Heimrennen am Sonntag bereits entgegen: "Es ist schon toll, für Williams hier zu fahren. Die ganze Firma ist mit Familie da", so Rosberg. "In der Vergangenheit war Silverstone unser absolut schlechtester Kurs, aber dieses Jahr sind wir sehr konstant und wir haben einen sehr großen Schritt dabei. Ferrari und Toyota hatten den schon in der Türkei, wir erst jetzt. Daher bin ich sehr guter Dinge, dass wir hier sehr gut aussehen werden."

Ansonsten fiel die starke Teamleistung von Force-India-Mercedes auf, das bescheidene Abschneiden des BMW Sauber F1 Teams - Robert Kubica (+ 2,401/16 Runden) wurde Letzter - und der große Rückstand von Heikki Kovalainen (12./+ 1,629/22 Runden) im einzigen Silberpfeil mit KERS. Reifenseitig zeichneten sich noch keine klaren Tendenzen ab, weil die Teams vorerst auf einen Einsatz der weicheren Bridgestones verzichteten.

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