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Silberpfeile akzeptieren nachträgliche Disqualifikation

02. April 2009 - 13:11 Uhr

McLaren-Mercedes legt gegen die Disqualifikation von Lewis Hamilton keinen Protest ein - Martin Whitmarsh: "Lewis hat die Wahrheit gesagt"

Martin Whitmarsh
Von Journalisten umzingelt: Martin Whitmarsh nach der Urteilsverkündung
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - "Nicht weil wir keine Chance sehen, sondern weil wir keine Energie für so etwas verschwenden wollen", legt McLaren-Mercedes gegen Lewis Hamiltons nachträglichen Ausschluss vom Grand Prix von Australien keinen Protest ein, so die Aussage von Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Damit bleibt es bei der Nullrunde der Silberpfeile zum Saisonauftakt.

Hamilton hatte den dritten Platz in Melbourne dank einer 25-Sekunden-Zeitstrafe gegen Jarno Trulli geerbt, doch die wurde heute von den Rennkommissaren aufgehoben. Gleichzeitig fanden die Kommissare beim Studium des Funkverkehrs zwischen Hamilton und dem Kommandostand heraus, dass McLaren-Mercedes am Sonntag nach dem Grand Prix offenbar "absichtlich" gelogen hat, um sie in die Irre zu führen.

"Die Kommissare sind der Ansicht, dass wir nicht alle Informationen vorgelegt haben", erklärt Teamchef Martin Whitmarsh. "Es hat in dieser Anhörung keine Lüge gegeben. Wir haben nur nicht den kompletten Funkverkehr übermittelt, weil wir davon ausgegangen sind, dass der ohnehin von der FIA abgehört wird. Außerdem hielten wir den Funkverkehr nicht für entscheidend. Es war sicher keine Absicht. Jeder weiß ja, dass die FIA die Funksprüche abhört."

McLaren-Mercedes und Hamilton seien von Grund auf "ehrlich", unterstreicht Whitmarsh ("Lewis hat die Wahrheit gesagt!"), räumt aber ein: "Im Nachhinein betrachtet hätten wir uns wohl anders verhalten und den Funkverkehr bei der Anhörung präsentieren müssen." Auf die Widersprüche zwischen Hamiltons Aussagen direkt nach dem Rennen und Trullis Darstellung, die heute von den Kommissaren bestätigt wurde, will er nicht näher eingehen.

Whitmarsh kann Trullis Argumentation aber anscheinend nicht ganz folgen: "Lewis ist nicht stehen geblieben", so der Brite. "Außerdem zeigen die Telemetriedaten, die wir den Kommissaren vorgelegt haben, dass er in der Runde, in der er überholt wurde, auch nicht anders gefahren ist als in den Runden danach. Die Daten liefern keinen Hinweis darauf, dass Lewis Trulli dazu gezwungen haben könnte, an ihm vorbeizugehen."

Wie dem auch sei, die Entscheidung ist aufgrund des Verzichts auf einen Protest unumstößlich, sodass der Titelverteidiger nach dem ersten von insgesamt 17 Rennen bei null Punkten steht. Hamilton sei darüber "sehr enttäuscht", sagt Whitmarsh und fügt frustriert an: "Ich finde die Entscheidung zu hart. Meiner Meinung nach war die Entscheidung der Kommissare gleich nach dem Rennen gerechter."

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