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Briatore: Renault sitzt Brawn und Red Bull im Nacken

20. April 2009 - 14:39 Uhr

Flavio Briatore ist zwar mit der China-Bilanz nicht zufrieden, aber sieht seine Mannschaft auf dem richtigen Weg: "In Bahrain bitte ein normales Rennen"

Flavio Briatore (Teamchef)
Flavio Briatore sieht deutliche Fortschritte bei seiner Renault-Mannschaft
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - "Das war ein Sieg in zwei falschen Autos", amüsierte sich Renault-Teamchef Flavio Briatore nach dem Doppelsieg der beiden Red-Bull-Renault. Zum einen freute sich der Italiener über den Erfolg der österreichischen Mannschaft, auf der anderen Seite war er mit der eigenen Bilanz natürlich nicht zufrieden. Fernando Alonso war nach einem starken Qualifying durch Zwischenfälle und taktische Fehlentscheidungen nur als Neunter ins Ziel gekommen.

"Es freut mich für Red Bull", so der Italiener weiter. Er analysierte die eigene Leistung: "Wir selbst hatten einfach Pech. Fernandos Rennen wurde durch das Safety-Car zerstört. Vielleicht haben wir ihn auch ein bisschen zu früh hereingeholt. Dann gab es auch noch Dreher und so weiter." Man hätte mit Alonso den fünften Platz als optimales Ergebnis anvisieren können, hinter den beiden Brawn-Autos und den Red-Bull-Boliden.

"Red Bull ist im Regen einfach immer gut. Das war im vergangenen Jahr in Monza auch schon so", erklärte Briatore mit Blick auf den zweiten Sieg von Sebastian Vettel. "Aber unser eigenes Auto ist viel besser geworden. Ich hätte es gern bei normalen Bedingungen gesehen. Immerhin hatte sich Fernando auf Platz zwei qualifiziert und sein Gewicht war gar nicht großartig anders als jenes von Button. Unser Auto ist definitiv besser."

Der weiterentwicklete Reanult R29 ist nach Ansicht von Briatore deutlich an Ferrari, McLaren-Mercedes und den Boliden vom BMW Sauber F1 Team vorbeigezogen. "Trotzdem mache ich natürlich keine Luftsprünge", so der Renault-Teamchef, "aber wir wollen mal schauen, was in Bahrain geht. Ich hoffe, dass es trocken sein wird."

"Der Red Bull ist auch ohne Doppeldiffusor ein tolles Auto, aber bei uns kommt auch noch mehr. Wir haben neue Teile in der Hinterhand und wir werden ein großes Paket für Fernando und Nelson in Monaco haben", versprach Briatore, der auch für das übernächste Rennen in Barcelona Detailverbesserungen ankündigte. "Wir kennen jetzt die richtige Richtung. Wir kommen von Rennen zu Rennen weiter voran. Ich würde in Bahrain einfach sehr gern ein normales Rennen sehen."

Nach Pleiten, Pech und Pannen in den ersten drei Saisonrennen steht auch Nelson Piqet wieder in der Kritik. Angeblich stehen mögliche Nachfolger bereits Schlange. "Nelson hatte einfach ein unglaublich übles Rennen", sagte der Teamchef nach dem Auftritt in China. "Ich habe ja Verständnis für einen Dreher, aber er hat da eher einen Wettbewerb draus gemacht. Je mehr Dreher, umso mehr Punkte - oder so ähnlich."

"Wir haben auch Dreher von anderen gesehen: Von Kubica, Heidfeld, auch von Alonso - also von vielen erfahrenen Piloten", nahm der Italiener seinen zweiten Piloten doch wieder in Schutz. "Es waren einfach unglaublich schwierige Bedingungen. Ich möchte seine Leistung nur nach einem ganz normalen Rennen beurteilen." Klartext: Piquet bekommt eine Schonfrist eingeräumt.

Auch mit den Verhandlungen über eine Verlängerung des Motoren-Liefervertrags mit Red Bull will man sich noch Zeit lassen. Der entsprechende Kontrakt läuft zum Ende dieses Jahres aus. "Wir haben noch Zeit und gehen von beiden Seiten sehr offen damit um. Die Saison ist noch jung und wir werden das in Ruhe angehen. Bisher ist da noch nichts entschieden."

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