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Senna: "Zur falschen Zeit am falschen Ort"

05. März 2009 - 14:50 Uhr

Bruno Senna bedauert, dass er 2009 keinen Brawn-Mercedes fahren wird, behält die Formel 1 aber weiterhin im Visier - DTM-Deal noch nicht fixiert

Bruno Senna, Barcelona, Circuit de Catalunya
Bruno Senna wird beim Grand Prix von Australien nicht am Start sein
© Honda

(Motorsport-Total.com) - Im November sah es noch so aus, als würde Bruno Senna fast sicher das zweite Honda-Cockpit neben Jenson Button bekommen, doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Erst übersiedelte die Wirtschaftskrise von Amerika auch nach Europa, dann zog sich Honda aus der Formel 1 zurück. Plötzlich hatte Sennas Grand-Prix-Premiere in Brackley keinerlei Priorität mehr.

Als klar wurde, dass sich das Honda-Team nur noch durch eine Managementübernahme retten lassen würde, schwanden seine Chancen endgültig dahin. Teamchef Ross Brawn entschied sich bereits vor Wochen insgeheim für Rubens Barrichello, um eine feste Größe an Bord zu haben. Gerade im Jahr der größten Regeländerungen seit einer halben Ewigkeit wäre es wohl ein zu hohes Risiko gewesen, einen unerfahrenen Youngster auch noch ohne Testfahrten ins Cockpit zu setzen.

Zu wenig getestet

"Das ist leicht gesagt und schwierig zu beweisen."
Bruno Senna

Dabei ist Senna überzeugt davon, dass er auch diese Prüfung mit Bravour bestanden hätte: "Ich weiß, dass ich meinen Job gut gemacht hätte, auch mit wenig Tests und Vorbereitung", wird der Brasilianer von 'autosport.com' zitiert. Aber er gesteht: "Das ist leicht gesagt und schwierig zu beweisen. Ross war der Meinung, dass mein Test in Barcelona beeindruckend war, aber er hat einfach nicht genug von mir gesehen. Das ist das Problem."

"Es ist frustrierend, ja, aber ich rede mir ein, dass etwas Besseres um die Ecke warten muss, wenn eine Sache nicht klappt", philosophiert der amtierende GP2-Vizemeister hinter Giorgio Pantano vor sich hin. "Zu verstehen, wie sich alles so schnell ändern konnte, fällt mir schwer, aber unterm Strich kann man eben nicht alles kontrollieren. Realistisch betrachtet waren wir einfach zur falschen Zeit am falschen Ort."

Besonders bitter: Weil er alles auf die Karte Honda gesetzt hat, sagte Senna seinem ehemaligen GP2-Team iSport ab, das nun keinen Platz mehr frei hat. Generell sind alle GP2-Cockpits für die kommende Saison schon vergeben. Also muss sich der 25-Jährige woanders nach einem Job umsehen - und da kommt Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit einem DTM-Vertrag ins Spiel. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.

Verhandlungen mit Mercedes

"Seit unserem Gespräch ist nichts mehr passiert."
Bruno Senna

"Wir haben mit Norbert gesprochen, aber seit unserem Gespräch ist nichts mehr passiert", so Senna. "Damals hatte ich noch eine gute Chance bei Honda, also kann ich dazu nicht wirklich etwas sagen." Und weiter: "Wir haben einige Angebote, in der Formel 1 und auch außerhalb. Wichtig ist mir vor allem, irgendwie mit einem Formel-1-Team in Verbindung zu sein, dieses Jahr und auch in Zukunft, bei was immer wir auch machen werden."

"Was immer es auch sein wird, ich werde es ernst nehmen. Ich will in allem, was ich mache, erfolgreich sein", kündigt der Weltmeisterneffe an und betont, dass er im Falle eines Angebots aus der Formel 1 natürlich alles stehen und liegen lassen würde: "Wir wollen in die Formel 1 gehen, sobald wir die Chance dazu erhalten." Eine Ausstiegsklausel für den Fall eines freien Formel-1-Cockpits wird also Vertragsbedingung sein.

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