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Anderson: "Rosberg ist auch selbst verantwortlich"

25. März 2009 - 17:55 Uhr

Ex-Formel-1-Designer Gary Anderson geht mit Nico Rosberg hart ins Gericht: "Er soll nicht immer mit dem Finger auf Williams zeigen"

Gary Anderson
Gary Anderson konstruierte unter anderem Formel-1-Boliden für Jordan
© Jordan

(Motorsport-Total.com) - Der Vertrag von Nico Rosberg bei Williams läuft am Jahresende aus. Ob damit auch die gemeinsame Zeit endet, ist derzeit noch ungewiss. Der gebürtige Wiesbadener hat seinem Team allerdings die Pistole auf die Brust gesetzt, ganz nach dem Motto: Entweder 2009 ein Siegerfahrzeug, oder ich bin weg. Eine Offerte von McLaren-Mercedes am Jahresende 2007 hatte Rosberg abgelehnt, bei einem ähnlichen Angebot könnte er beim nächsten Mal weg sein.

"Er muss mal auf Kovalainen, Vettel und Hamilton schauen, die auf dem gleichen Level angefangen haben. Er wird erkennen, dass sie ihn plötzlich abgehängt haben", kritisierte Ex-Formel-1-Designer Gary Anderson auf 'crash.net'. "Wenn er mal Möglichkeiten hatte, dann hat er sie oft weggeworfen. Wenn ich Nico Rosberg wäre, dann würde ich nicht immer mit dem Finger auf Williams zeigen. Natürlich war das Auto nicht immer konkurrenzfähig, aber wenn doch, dann hat er es in die Mauer gepfeffert oder andere Fehler gemacht."

"Ich glaube, die müssen sich beide den Schuh anziehen", sagte Anderson zur Fehlerquote auf Seiten von Team und Pilot. "Er muss sich jetzt entweder reinknien oder eben im kommenden Jahr woanders hingehen. Es gibt viele Leute in der GP2-Serie, die auch eine Chance verdient hätten. Wenn Rosberg es dieses Jahr nicht schafft, dann sehe ich ihn untergehen. Williams wird nicht genug Geld haben, wahrscheinlich brauchen die einen Piloten, der Geld mitbringt. Und über den Status eines Paydrivers ist Rosberg bestimmt hinaus."

Anderson brachte es schließlich auf den Punkt: "Er sitzt in der Zwickmühle. Er muss sicherstellen, dass es für ihn läuft." Der frühere Jordan- und Stewart-Konstrukteur ging aber nicht nur mit Nico Rosberg hart ins Gericht. Auch die traditionsreiche Mannschaft von Frank Williams bekam ihr Fett weg. "Es sind harte Zeiten, aber sie sind ein großes Team. Für Verhältnisse von Privatrennställen sind sie riesig. Wenn Force India 250 Leute hat, dann hat Williams mindestens 500."

"Das Problem ist, dass die Zahl der Belegschaft die Höhe deines quasi Budgets vorgibt. Man muss bedenken, dass alle Angestellten nicht nur Geld kosten, sondern auch Geld ausgeben", beschrieb der Nordire. "Mit ihren Mitteln müssten sie eigentlich einen guten Job machen können. Sie haben eine tolle Fabrik, gute Ausstattung, alle Maschinen und die Manpower. Sie haben eigentlich alles. Mich irritiert es, dass sie es in den vergangenen Jahren nicht hinbekommen haben."

Außerdem erkannte Anderson deutliche wirtschaftliche Zwänge. "Sie müssen Leistung zeigen. Wenn sich bald die RBS als Sponsor verabschiedet, dann muss das Geld irgendwoher kommen, damit sie alles auf einem guten Level halten können. Man kann das nur über Leistung schaffen. In den Tests waren sie okay, aber sie waren auch im vergangenen Jahr bei den Testfahrten gut drauf. Sie müssen sich mal wachrütteln und erkennen, warum die Dinge nicht wie gewünscht laufen."

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