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Massas neuer Ferrari: Liebe auf den ersten Blick

12. Januar 2009 - 15:32 Uhr

In Mugello drehte Felipe Massa die ersten Runden mit dem neuen Ferrari F60 - Michael Schumachers Rolle als Berater wichtiger denn je

Felipe Massa
Felipe Massa war die Ehre der Jungfernfahrt mit dem F60 vorbehalten
© Ferrari

(Motorsport-Total.com/sid) - Als Felipe Massa seinen neuen Ferrari sah, war es Liebe auf den ersten Blick, und Kimi Räikkönen richtete sofort eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Wir werden einen neuen Angriff fahren und wollen beide WM-Titel holen", sagte der ehemalige Weltmeister bei der Präsentation des F60. Teamchef Stefano Domenicali setzte seine beiden teuersten Angestellten vor dem 60. Jahr in der Königsklasse gleich mächtig unter Druck: "Die Formel 1 ist unser Leben und unser Ziel ist es, immer zu gewinnen."

Als erstes Formel-1-Team stellten die Italiener ihr neues Auto für diese Saison vor. Statt Prunk und Pomp regierten bei dem kurzen Internetauftritt des Konstrukteursweltmeisters Bescheidenheit und Sparsamkeit. Auch der neue rote Renner kommt optisch eher schlicht daher. "Das Auto sieht ganz nett aus, hoffentlich ist es auch genauso schnell", sagte Massa.

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Aus der Niederlage gelernt

Der Brasilianer war beim WM-Finale 2008 in seiner Heimatstadt São Paulo schon für etwa 20 Sekunden Weltmeister, doch dann entriss ihm Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton die Fahrerkrone und krönte sich zum jüngsten Formel-1-Champion aller Zeiten. Der 23-jährige Brite bekommt sein neues Dienstfahrzeug am Freitag erstmals zu sehen.

Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen war während des Ferrari-Rollouts zum Zuschauen verdammt
© Ferrari

Glaubt man Massa, ist der hauchdünn verpasste WM-Titel für ihn eine zusätzliche Motivation: "Ich fühle mich jedes Jahr stärker, vor allem nach den Erfahrungen im Vorjahr", versicherte der 27-Jährige. "Dadurch gehe ich motivierter und noch erfahrener in die Saison."

Massa durfte am Montag auch die ersten Runden mit dem neuen Ferrari fahren. Mit leuchtenden Augen schwärmte er: "Das war ein sehr emotionaler Moment." Räikkönens Begeisterung hielt sich beim ersten Anblick in Grenzen: "Wenn man das Auto ein paar Mal gesehen hat, gewöhnt man sich daran", meinte der "Iceman" scheinbar unbeeindruckt und fügte artig an: "Er sieht anders aus, aber trotzdem gut."

Räikkönen steht bei den Roten nach nur zwei Siegen im Vorjahr unter Druck. Sollte sich der Finne nicht enorm steigern, muss er angeblich seinen Platz für den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso räumen. "Das vergangene Jahr ist sicherlich nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber das ist Vergangenheit", sagte Räikkönen.

Vorsichtig optimistisch

Wegen der ungewohnt großen Anzahl der Änderungen war Teamchef Domenicali 76 Tage vor dem Saisonstart in Melbourne nur verhalten optimistisch: "Wir mussten sehr viele prägende Änderungen in sehr kurzer Zeit vornehmen", meinte Domenicali. "Das wird eine ganz spezielle Saison. Aber ich hoffe, dass wir von Anfang an konkurrenzfähig sind."

Umso wichtiger sind in dieser "schwierigen Situation" (Domenicali) die Tipps des inzwischen als Berater tätigen Rekordweltmeisters Michael Schumacher: "Michael hat so große Erfahrung wie niemand sonst. Er hat uns einige sehr, sehr wichtige Informationen gegeben", sagte Domenicali. Deshalb sei es auch "selbstverständlich", dass der siebenmalige Weltmeister bei der Jungfernfahrt des neuen Boliden durch Massa in Mugello vor Ort war. Vor allem in Bezug auf die Bridgestone-Slicks, die erstmals seit 1997 zugelassen sein werden, war Schumachers Urteil dem Konstrukteursweltmeister wichtig.

Ansonsten greifen die Änderungen vor allem im Bereich der Aerodynamik. Alle Zusatzflügel auf und vor den Seitenkästen sind verschwunden. Der Frontflügel ist breit und tief gezogen, das Heckleitwerk dafür schmal und hoch.

Über den Einsatz der Hybridtechnologie KERS wird erst noch entschieden. Zudem verfügt der F60 über ein neu entwickeltes Bremssystem. Der Name - erwartet worden war die Bezeichnung F2009 - ist der Tatsache geschuldet, dass die Formel 1 in ihre 60. Saison geht und Ferrari als einziges Team immer dabei war.

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