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Honda-Übernahme: Richards ist aus dem Rennen

08. Januar 2009 - 17:35 Uhr

Im Ringen um eine mögliche Übernahme des Honda-Rennstalls hat Prodrive-Chef David Richards offenbar aufgegeben: "Eine Business-Entscheidung"

David Richards
David Richards sieht zu viele Unsicherheitsfaktoren für eine Honda-Übernahme
© Prodrive

(Motorsport-Total.com) - Von den anfangs gehandelten Übernahmekandidaten für das bisherige Honda-Team bleiben immer weniger übrig. Nachdem man die Gerüchte um den mexikanischen Milliardär Carlos Slim bereits ins Reich der Fabel verbannte, scheint nun auch David Richards als ernsthafter Kandidat aus dem Rennen. Offenbar gehen dem Prodrive-Chef die beschlossenen Sparmaßnahmen in der Formel 1 nicht weit genug, obwohl er grundsätzliches Interesse an einer Übernahme geäußert hatte.

"Ich kann nur sagen, dass ich von Anfang an klar gemacht habe, dass eine solche Übernahme nur dann ernsthaft in Betracht gezogen wird, wenn man konkurrenzfähig sein kann. Allerdings erwartet natürlich niemand im ersten Jahr Siege", beschrieb Richards auf der "Autosport International Show" in Birmingham. "Aber es muss sich auch finanziell tragen. Man rechnet zwar mit Investionen, aber man rechnet auch damit, dass es funktioniert. Ich habe das Gefühl, das ist zu unsicher."

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Honda-Situation nicht stabil genug?

"Den Erfolg der Sparmaßnahmen können wir noch nicht genau abschätzen", kritiserte Richards. Und weiter: "Ich glaube kaum, dass man das vor 2010 schon genau einschätzen kann. Die Teams schleppen noch eine riesige Kostenlast mit sich herum. Ich denke, jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg gekommen." Erst heute hatte Honda-Geschäftsführer Nick Fry offenbart, dass er der Unternehmensleitung in Japan zwölf ernsthafte Übernahmeanfragen vorlegen werde - Richards ist offenbar nicht mehr dabei.

"Ich würde die Maßnahmen als bescheidenen Auftakt beschreiben", sagte der Prodrive-Boss, der bereits als Teamchef in der Formel 1 aktiv war. "Wenn man etwas ändern will, dann muss man einen radikalen Schnitt machen und dann von einem Punkt neu aufbauen. Man macht das nicht mit einer Serie von 1.000 Schnitten. Wenn ich an den Entscheidungen beteiligt gewesen wäre, hätte auf auf deutlich einschneidendere Maßnahmen gedrängt."

Richards fordert drastischeren Sparkus

Richards verteilte einen Seitenhieb: "Ich glaube, einige Leute in der Formel 1 haben immer noch nicht begriffen, wie schwierig die Situation da draußen in der Welt geworden ist. Wenn sich die Formel 1 nicht bald wieder der Fan-Basis annähert und dem ganz normalen Mann auf der Straße, dann fürchte ich um die Zukunft. Ich kenne einige Leute, die um die Situation gut bescheid wissen. Man muss jetzt eine ganz bittere Pille schlucken, aber es muss eben sein."

Der ehemalige BAR-Honda-Rennleiter plante in den vergangenen Jahren immer wieder, mit einem eigenen Team an die Erfolge anzuschließen. 2004 war ihm mit seiner Mannschaft die Vizemeisterschaft hinter Ferrari gelungen. "Viele glauben, dass ich zurückkommen will und diesen letzten Schritt noch machen will. Aber das ist ganz und gar nicht meine Motivation. Es ist eine reine Business-Entscheidung und hat nichs mit Emotionen zu tun."

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