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Birmingham: Weiteres KERS vorgestellt

12. Januar 2009 - 11:41 Uhr

Im Rahmen der 'Autosport Internation Show' in Brimingham stellte 'Flybrid Systems' sein Formel-1-Hybridsystem mit Schwungscheibe vor

Jon Hilton und Doug Cross haben das Unternehmen in Silverstone aufgebaut
© Flybrid Systems

(Motorsport-Total.com) - Angesichts der Aussicht auf ein Standard-KERS ab der Saison 2010 positionieren sich immer mehr potenzielle Lieferanten eines solchen Systems auf dem Markt. Bereits in November überraschte 'Bosch' mit einem KERS-Baukasten samt Schwungrad-Lösung auf der 'Professional MotorSport World Expo' in Köln, nun zog der britische Hersteller 'Flybrid Systems' nach. Das Unternehmen wird in der kommenden Saison mindestens ein Formel-1-Team mit KERS beliefern.

Das gesamte Rotationsspeicher-System ist 24 Kilogramm schwer und kann die zusätzlichen 80 PS angeblich spielend leicht per Knopfdruck auf den Antrieb geben. Das Schwungrad erreicht maximale Umdrehungszahlen von 64.500 Touren und wurde nach Herstellerangaben bereits mehreren Härtetests unterzogen. Dabei setzte man das System einer Querbeschleunigung von 20 G aus - ohne anschließend Schäden zu entdecken.

Das Unternehmen aus Silverstone wird von Jon Hilton und Doug Cross betrieben, die beide über viele Jahre mit Renault in der Formel 1 engagiert waren. "Wir wissen, wie Leute mit Rennwagen umgehen", schilderte Hilton gegenüber 'formula1.net'. "Wir wissen, dass sie Unfälle haben. Es werden kleine Unfälle sein, wo sie anschließend das Auto an die Box bringen, eine neue Aufhängung dranbasteln und einen neuen Flügel und dann weiterfahren."

Trotz Extra-Power kein Überholen möglich?

Das Flybrid-System wurde bereits einigen Crashtests unterzogen
© Flybrid Systems

"Wir wissen nun, dass unser System unter solchen Bedingungen komplett sicher ist. Das mussten wir zuerst herausfinden und sicherstellen", sagte der Firmengründer. Wie sich das Schwungrad-System bei heftigeren Einschlägen verhält, ist allerdings unklar. Nicht nur Max Mosley dürfte sich über neue Schwungrad-Lösungen freuen, sondern auch die Finanzabteilungen der Teams. Das "Flywheel-KERS" gilt als deutlich kostengünstiger als ein vergleichbares Modell mit Batterien oder Kondensatoren.

"Bei Straßenfahrzeugen kann man das ziemlich genau angeben", so Hilton. "Da liegt ein solches System bei nur einem Viertel der Kosten eines vergleichbaren elektrischen Hybridsystems." Nicht nur der Kostenfaktor dürfte Mosley gefallen, sondern der britische FIA-Präsident würde gern ohnehin wenige Batterie-Lösungen in der Formel 1 sehen. 'Flybrid' gibt es in zwei Versionen. Eines wird auf dem Getriebe befestigt, ein anderes kann an das Kurbelwellengehäuse gebaut werden. "Zwei Kunden, zwei Lösungen", lächelte der Firmenchef.

Trotz der faszinierenden Technik bleibt auch für die Fachleute ein großes Fragezeichen. Dass KERS mehr Überholmanöver in die Königsklasse bringen wird, bezweifelt Hilton: "Ich glaube nicht, dass dadurch ein Auto ein ähnliches anderes Auto überholen können wird. Vielleicht wird ein schnelleres Auto zu einem langsameren Wagen aufschließen können und dabei die Energiespeicher voll geladen lassen. Wenn es dann auf eine Gerade geht, kann er dann eventuell vorbeiziehen, wenn der andere keinen Boost mehr hat."

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