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Wie Fry bis Melbourne durchhalten will

05. Dezember 2008 - 17:41 Uhr

Honda-Geschäftsführer Nick Fry hat die Flinte noch nicht ins Korn geworfen - er will seine Autos unbedingt in der Startaufstellung von Melbourne sehen

Jenson Button mit Nick Fry
Jenson Button mit Nick Fry - so soll es auch in Melbourne aussehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die beiden Honda-Teamchefs Nick Fry und Ross Brawn waren bereits seit dem vergangenen Freitag über den Honda-Rückzug informiert. Doch alle Versuche, die Japaner von ihrer Entscheidung abzubringen, waren zum Scheitern verurteilt. "Honda hat weitaus größere Probleme als diese Sache", erklärte Fry gegenüber 'Autosport.com'. "Daher gab es keine Möglichkeit über Hondas Rückzug zu verhandeln."

Er und Brawn haben zwar mit Budgetkürzungen gerechnet, der komplette Rückzug sei jedoch "ein großer Schock" gewesen. "Sie haben offenbar über diese Möglichkeit schon eine ganze Weile sinniert, und es war auch keine Entscheidung, die sie treffen wollten." Doch letztlich waren die wirtschaftlichen Probleme wohl zu eklatant.

Doch Fry betonte gleichzeitig, dass sich Honda trotz alledem verantwortungsvoll verhalten habe. "Wir haben das Geld um weiterzumachen und die Autos für Melbourne vorzubereiten." Dies soll die Chancen erhöhen, einen potenziellen Käufer zu finden.

Zumindest ein ernsthaftes Angebot müsse bis Weihnachten auf dem Tisch liegen. "Wenn Honda glaubt, dass es seriöse Interessenten gibt, dann werden sie den Januar und Februar bis Melbourne bezahlen." Dabei betonte Fry noch einmal, dass er bereits mit drei Interessenten spreche, die alle nicht aus Großbritannien stammen würden.

Button soll gehalten werden - was ist mit dem Motor?

"Vielleicht überlegen sie es sich, nächstes Jahr einen Motor zu stellen."
Nick Fry

Zudem will Fry unbedingt versuchen, Jenson Button zu behalten. Cockpit Nummer zwei habe hingegen keine Priorität: "Da haben wir einige Optionen, inklusive Bruno Senna und Rubens Barrichello." Auch die Wintertests werden leiden: "Wir werden bei den nächsten beiden Tests nicht in Jerez sein, und auch im Januar und Februar ein zusammengestrichenes Testprogramm fahren."

Dabei spielt natürlich die Motorenseite eine tragende Rolle, denn ohne das volle Testprogramm zu bestreiten, würde es umso schwerer werden, ein anderes Triebwerk in das bereits entwickelte Auto zu integrieren.

Fry deutete für den Fall aller Fälle sogar einen Einsatz des bereits für 2009 entwickelten Honda-Triebwerks an: "Vielleicht überlegen sie es sich, nächstes Jahr einen Motor zu stellen. Der würde dann zwar kein Honda-Label tragen, aber das Triebwerk ist bereits designt und in vielen Bereichen auch bereits gebaut."

Wer weiß: Vielleicht war der brennende Honda RA108 von Jenson Button im Parc fermé von Interlagos beim Saisonfinale 2008 ja doch nicht die Formel-1-Abschiedsvorstellung des japanischen Motorenbauers...

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