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Horner über Abschied und Ankunft

15. Dezember 2008 - 17:22 Uhr

Red-Bull-Teamchef Christian Horner freut sich nach dem Abschied von David Coulthard auf frischen Wind: "Sebastian Vettel wirkt wie ein zukünftiger Star"

Christian Horner
Christian Horner ist zurzeit der jüngste Teamchef im Formel-1-Fahrerlager
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für Christian Horner sieht die Zukunft rosig aus. Der Red-Bull-Teamchef hat offenbar ein stabiles Budget von Milliardär Dietrich Mateschitz, mit Adrian Newey einen Stardesigner, der seine Stärken gerade im Zuge der Regeländerungen ausspielen könnte und nun kommt mit Sebastian Vettel auch noch einer der hoffnungsvollsten Youngster der vergangenen Jahre ins Team. Genügend Gründe gibt es also, um an die verkorkste Saison 2008 einen Haken machen zu dürfen.

"Die Saison bestand aus zwei völlig unterschiedlichen Hälften", sagte Horner im Interview mit 'crash.net'. "Die erste Hälfte lief positiv für uns. Wir kamen bei Saisonmitte zu unserem Heimrennen nach Silverstone und hatten Platz vier in der Konstrukteurswertung fest im Blick." Red Bull hatte in der ersten Saisonhälfte in fast jedem Rennen gepunktet, in Kanada war sogar ein Podestplatz herausgesprungen.

Red Bull als "Ein-Mann-Team"

David Coulthard
Abschied nach wenigen Metern: Die Saison endete für David Coulthard typisch
© xpb.cc

"Mark Webber qualifizierte sich in Silverstone für die erste Startreihe, aber ab dem Sonntag war der Rest der Saison wie verhext", so der britische Teamchef. "Wir hatten vor allem mit David Coulthard viele Zwischenfälle, was sehr frustrierend war. David hatte in Kanada sein Highlight, aber ansonsten sehr viel Pech in seiner Abschiedssaison. Im Grunde hatten wir nur ein Auto zum Punkte sammeln. Wenn man sich so gegen Kaliber wie Toyota und Renault behaupten muss, ist das schon schwierig."

Ausgerechnet am Wochenende seines größten Saisonerfolges in Montréal traf Coulthard die Entscheidung zum Rücktritt. "Das ist genau der richtige Zeitpunkt für ihn", sagte Horner. Und weiter: "Er schlägt nun ein neues Kapitel in seinem Leben auf, ist gerade zum ersten Mal Vater geworden und wir freuen uns darüber, dass er uns in anderer Funktion erhalten bleibt." Coulthard wird offizieller Red-Bull-Berater. Für Probefahrten dürfte angesichts des neuen Testverbotes kaum noch Platz sein.

Die Saison für Webber lief wenigstens nicht ganz so enttäuschend. "Er qualifizierte sich gut und fuhr einige schöne Rennen", lobte der Teamchef. "Vor allem seine fliegende Runde in Silverstone war erstaunlich. Es war schade, dass er das nicht in ein entsprechendes Ergebnis ummünzen konnte. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir eigentlich in Monza auf dem Podium stehen sollen, während es in Singapur dramatisch war. Unser einziger Defekt hielt Mark vom Podium ab. Da war vielleicht sogar ein Sieg drin."

Vettel soll Erfolge bringen

"Im Grunde hatten wir nur ein Auto zum Punkte sammeln."
Christian Horner

Man sei in der zweiten Saisonhälfte insgesamt vom Pech verfolgt gewesen, sagte Horner und nannte Beispiele: "In Spa hat uns Kovalainen abgeschossen, ein Dreher in Monza, ein Dreher in Silverstone, die Strafe nach dem Motorenwechsel in China. Es kam eines zum anderen..." 2009 kommt in die Mannschaft frischer Wind. Nicht nur durch neue Regeln und neue Autos, sondern auch durch das deutsche Talent Sebastian Vettel.

"Die zweite Saisonhälfte von Toro Rosso, mit dem gleichen Chassis, aber mit Ferrari-Motor und Vettel, hat eindeutig gezeigt, was möglich gewesen wäre", beschrieb Horner rückblickend. "Es gab ganz sicher Unterschiede bei den Triebwerken, aber man darf nicht vergessen, dass Sebastian Vettel wie der Star der Zukunft wirkt. Er ist teilweise phenomenal gefahren. Monza war sicherlich das Highlight. Wir sind absolut glücklich, dass wir ihn in der kommenden Saison haben."

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