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Was steckt hinter Bergers Ausstieg bei Toro Rosso?

26. November 2008 - 09:50 Uhr

Für viele unerwartet hat Gerhard Berger seine Anteile an Toro Rosso verkauft, dabei war der Ausstieg des Österreichers ein logischer Schritt

Gerhard Berger und Dietrich Mateschitz
Gehen ab sofort wieder getrennte Wege: Gerhard Berger und Dietrich Mateschitz
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Februar 2006 kehrte Gerhard Berger mit einem spektakulären Tauschhandel in die Formel 1 zurück: Er übernahm 50 Prozent des Toro-Rosso-Teams von Red Bull und trat dafür 50 Prozent seiner Spedition an den Energydrink-Hersteller ab. Geld soll damals keines geflossen sein, wurde von beiden Seiten beteuert.

Gestern gab Berger den Verkauf seiner 50 Prozent von Toro Rosso zurück an Red Bull bekannt, womit Dietrich Mateschitz nun wieder zwei Formel-1-Rennställe komplett kontrolliert. Die Details zu diesem Deal sind nicht bekannt, man darf jedoch davon ausgehen, dass Bergers nicht ganz dreijähriges Engagement ein lohnendes war. Und: Wie er selbst zugibt, hätte es aufgrund der neuen Regeln und wegen der Finanzmarktkrise nur noch bergab gehen können.

Auch abseits seiner Teilhaberschaft wird er Toro Rosso nicht zur Verfügung stehen: "Ich habe keine Funktion mehr", erklärte Berger der 'APA'. Dabei hatte er zwischendurch das Modell angedacht, ohne Red Bull ein Formel-1-Team zu leiten: "Ich habe sogar von meiner Seite überlegt, ob es Sinn macht, alleine ein Team zu führen. Das ist unter diesen Rahmenbedingungen finanziell aber ohne einen starken Partner für mich nicht möglich", gestand der 49-Jährige.

Neben des Verbots von Kundenautos in der Formel 1, das Toro Rosso natürlich mit am härtesten trifft, könnte auch ein weiterer Faktor für Bergers Ausstieg ausschlaggebend gewesen sein: Erstens war der Zeitpunkt für ihn gut, um das Investment mit einem satten Gewinn abzuschöpfen, und zweitens passt es auch Mateschitz perfekt in den Kram, wieder die alleinige Kontrolle zu übernehmen. Denn Red Bull will Toro Rosso bekanntlich verkaufen.

"Er kann jetzt wieder alleine über einen Verkauf entscheiden. Er hat alle Möglichkeiten. Das macht ihm die Sache sicherlich leichter", so Berger. Mateschitz sitzt damit bei Verhandlungen mit potenziellen Käufern alleine am Tisch und muss keine Kompromisse eingehen. Denn Berger hätte nur mit einem starken Partner anstelle von Red Bull weitergemacht, während Red Bull nun 100 Prozent an irgendjemanden verkaufen kann und nicht an die Zukunft denken muss...

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