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Brawn: "Mein Referenzpunkt ist BMW"

04. November 2008 - 13:26 Uhr

2008 konnte Honda nicht wirklich mit sportlichen Leistungen überzeugen, doch schon 2009 will Ross Brawn endlich Erfolge mit dem Rennstall einfahren

Ross Brawn (Teamchef)
Sorgenfalten bei Ross Brawn: 2008 lief's bei Honda nicht wirklich rund...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im Regen von Silverstone bescherte Rubens Barrichello der Honda-Truppe ein lange herbeigesehntes Erfolgserlebnis und fuhr hinter Weltmeister Lewis Hamilton und BMW Sauber F1 Team Pilot Nick Heidfeld auf den dritten Rang. Doch diese Performance täuschte freilich über die wahre Leistungsfähigkeit von Honda hinweg. Zu oft blieben die beiden RA108-Piloten Jenson Button und Barrichello schon in Q1 auf der Strecke, an Punkte war meist nicht zu denken. 2009 soll alles anders werden.

Nach einem schwierigen Jahr in der Formel 1 fällt die Saisonbilanz von Teamchef Ross Brawn entsprechend bescheiden aus. Als "sehr enttäuschend" wertete der Brite seine erste Saison als Oberhaupt der Honda-Truppe. "Das war sicherlich nicht der Standard, den wir anstreben", musste sich Brawn eingestehen, baut aber nach wie vor auf die umfangreichen Regeländerungen für die kommende Saison.

Enttäuschung überwiegt bei Honda

Bei Honda versucht man parallel zudem, dem diesjährigen Boliden noch wertvolle Informationen zu entlocken: "Wir analysieren noch immer, wie wir in diesem Jahr hätten besser aussehen können - auch ohne Weiterentwicklungen am Auto, denn das wird für das kommende Jahr sehr wichtig sein", erläutert Brawn. "Es gibt einige Bereiche am Wagen, die sicherlich sehr relevant für 2009 sein werden: der Motor, die Fahrbarkeit, das Motorensetting."

"Auch die Kraftübertragung wird im kommenden Jahr ähnlich aussehen. Es gibt also gleich mehrere Baustellen, denen wir uns im Hinblick auf 2009 verstärkt widmen", so der ehemalige Technische Direktor der Scuderia Ferrari. "Wir sind sehr enttäuscht von unserer Performance, haben aber das Wissen, um im kommenden Jahr unsere Ziele zu erreichen. 2009 wird sehr wichtig für uns werden. Meiner Meinung nach sollten wir erst danach beurteilt werden."

Aber wie genau wird es im kommenden Jahr um die Leistungsfähigkeit von Honda bestellt sein? "Ich kann diese Frage noch nicht beantworten", sagte Brawn am Rande des letzten Saisonrennens in Interlagos. "Unser Abschneiden hängt in erster Linie von unserer eigenen Arbeit und den Leistungen unserer Konkurrenten ab" - und wäre 2008 nicht Force India am Start gewesen, Honda hätte wohl die rote Laterne getragen.

BMW als Vorbild

"Ich kann mich sehr gut an gewisse Zeiten bei Ferrari zurückerinnern, als wir einen ordentlichen Wagen hatten, die anderen aber nur mittelmäßige Autos. Es gab aber auch Jahre, wo sowohl die Konkurrenz als auch wir fantastische Rennwagen hatten. Das resultierte in einer großen Herausforderung. Man kann also nur schwer Prognosen erstellen", folgerte der 53-Jährige. "Durch die neuen Regeln muss sich das Bild erst einmal wieder zusammenfügen."

"Wir haben die nötigen Ressourcen, wir haben viele clevere Leute - es wäre aber sicherlich überoptimistisch, wenn wir erwarten würden, 2009 um den Titel kämpfen zu können. Wir müssen allerdings sehr viel besser aussehen als in dieser Saison", meinte Brawn abschließend. "Mein persönlicher Referenzpunkt ist BMW und die Arbeit, die sie geleistet haben. Das ist schon ziemlich beeindruckend."

"Sollten wir dieses Niveau an Konkurrenzfähigkeit erreichen, dann wären wir sehr zufrieden." Allerdings darf man dabei nicht unterschlagen, dass selbst dem BMW Sauber F1 Team kein Sprung aus dem Niemandsland an die Spitze gelungen ist. Seit 2006 leistete die Truppe aus München und Hinwil Aufbauarbeit, die sich langsam aber sicher auszubezahlen scheint. Man darf also gespannt sein, wie stark sich Honda innerhalb nur eines Jahres steigert...

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