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Watson und Jordan besorgt: 18 gegen Hamilton

18. Oktober 2008 - 12:02 Uhr

John Watson und Eddie Jordan sind der Meinung, dass Lewis Hamilton nicht nur gegen Felipe Massa, sondern gegen 18 weitere Fahrer antritt

Eddie Jordan
Ex-Teamchef Eddie Jordan ist kein großer Fan von Lewis Hamilton
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Viel Kritik musste Lewis Hamilton in den vergangenen Tagen für seine angeblich zu aggressive Fahrweise einstecken, vor allem von Fahrerkollegen. So entstand eine Eigendynamik, die dazu führte, dass der McLaren-Mercedes-Pilot in den letzten beiden Rennen der Saison fast alle anderen Fahrer gegen sich zu haben scheint.

Hamilton habe sich von seinen Kollegen "entfremdet", erklärte Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan: "Es ist genauso ein Politik- wie ein Talentspiel", so der Brite. "Dass er sich so entfremdet hat, ist eine Sorge, denn wir alle wissen, dass man in einem Kampf so viele Alliierte wie möglich braucht. Lewis hat das Talent, aber er muss die politischen Grabenkämpfe, die es in der Formel 1 gibt, noch von Grund auf lernen."

Ist mentale Stärke gleich Arroganz?

Jordan findet, dass Hamilton mental "zu stark" rüberkommt und damit manchmal arrogant wirkt. Das kommt bei der Konkurrenz natürlich nicht gut an - vor allem dann, wenn es sich bei dem Betroffenen um den Superstar der Szene handelt. Das erklärt auch, warum sich nun viele hinter Felipe Massa stellen, denn der Ferrari-Pilot macht um seine Erfolge weniger Tamtam und wird auch von den Medien weniger gepusht - zumindest in Europa.

Ex-Grand-Prix-Pilot John Watson tippt trotzdem auf Hamilton: "Lewis sollte es schaffen. Er hat fünf Punkte Vorsprung und ein schnelles Auto." Die größte Unbekannte seien aber die angesprochenen Konkurrenten - und das Timing: "Wenn er es dieses Wochenende noch einmal wegwirft und Massa als Führender nach Brasilien kommt, dann wird Massa Weltmeister. Lewis muss endlich sein Gehirn einschalten und er darf nicht mehr wie in der Formel Ford fahren."

Verlieren will gelernt sein

"Lewis muss nicht gewinnen, sondern er muss nur Zweiter werden. Das ist ein Teil seiner Persönlichkeit, an dem er noch arbeiten muss", analysierte Watson, der sich gut vorstellen kann, warum Hamilton zweite Plätze als Niederlagen empfindet: "Er saß von Anfang an in einem Siegerauto." Und weiter: "Er muss aufhören, diese Signale an das ganze Teilnehmerfeld auszusenden, von dem er 18 Fahrer gegen sich hat."

Massa habe "nichts zu verlieren", so Watson, während Jordan findet, dass sich Hamilton eine Scheibe bei Fernando Alonso abschneiden sollte: "Fernando hat zwei Weltmeisterschaften gewonnen, aber vor allem die letzten zwei Rennen mit einem unterlegenen Auto. Das sagt etwas aus. Fernando hat mit minimalem Wirbel gewonnen, ohne Hysterie und Drama. Das ist das Problem, das ich im Moment mit Hamilton habe."

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