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Toyota mit hohen Erwartungen nach Brasilien

27. Oktober 2008 - 15:46 Uhr

Toyota möchte beim Saisonfinale in Brasilien kräftig punkten - Timo Glock auch am Jahresende noch "voller Energie und Motivation"

Timo Glock
Timo Glock will zum Abschluss der Saison noch einmal in die Punkte fahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für Toyota ist der Zug im Kampf um Platz vier in der Konstrukteurswertung zwar schon abgefahren, dennoch hat sich man Punkte in Brasilien zum Ziel gesetzt. Vor allem Jarno Trulli will nach seinem Pech in China für einen versöhnlichen Abschluss sorgen. "Es war total frustrierend, dass ich in Shanghai so früh aus dem Rennen geworfen wurde. Ich bin fest entschlossen, in Brasilien zurückzuschlagen", erklärte der Italiener vor seiner Abreise zum letzten Rennwochenende des Jahres in Interlagos.

"Es war eine meiner besten Saisons, auch wenn ich häufig Pech hatte", so Trulli. Und weiter: "Ich will auf jeden Fall noch einmal in die Top-6. Es ist schade, dass wir als Team nicht mehr Vierter werden können, aber ich selbst kann in der Fahrerwertung noch auf Platz acht kommen. Daher will ich in Brasilien möglichst viele Punkte holen. Ich war auch im vergangenen Jahr dort in den Punkten, obwohl unser Auto damals längst nicht so konkurrenzfähig war wie in diesem Jahr. Ich bin also zuversichtlich."

Beim letzten Auftritt der Saison 2008 kommt noch einmal eine besondere körperliche Anstrengung auf die Piloten zu. "Interlagos ist hart, weil es gegen den Uhrzeigersinn geht", beschrieb Trulli. "Das zieht sehr kräftig im Nacken, aber ich bin fit und mir hat es eigentlich nie etwas ausgemacht. Generell ist der Parcours eine recht große Herausforderung. Ich habe dort richtig Spaß", sagte der Hobby-Winzer, der mit 30 Punkten zurzeit gleichauf mit Sebastian Vettel liegt.

Mit acht Punkten Abstand folgt Teamkollege Timo glock gleich dahinter. "Es war eine sehr positive erste Saison mit Toyota und ich hoffe, ich kann zum Abschluss in Brasilien noch ein gutes Ergebnis holen", schätzte der Wersauer ein. "Ich glaube, dass ich große Foprtschritte machen konnte und Spaß hatte ich auch. Bei Toyota haben mich alle sehr gut unterstützt. Auch wenn es schon eine lange Saison war, bin ich noch voller Energie und Motivation."

Glock hat in Interlagos bereits Formel-1-Erfahrungen sammeln dürfen. 2004 war er dort mit Jordan gefahren und hatte den Kurs als holprige Strecke mit extremen Bodenwellen kennen gelernt. "Das war damals harte Arbeit. Unser Auto war kürzlich in Singapur nicht so perfekt auf den Bodenwellen. Von daher bin ich froh, dass man in Brasilien die Wellen abgeschafft hat. Das wird uns helfen. Wenn man sich unsere Leistungen der vergangenen Wochen anschaut, dann dürfen wir zuversichtlich sein, noch einmal ein paar Punkte auf das Konto verbuchen zu können."

In seiner ersten Formel-1-Saison hatte sich Glock 20 Punkte als Minimalziel gesetzt. Diese Marke hat er bereits überschritten. "Ich bin im Moment Zehnter in der Gesamtwertung. Wenn ich das halten kann und vielleicht noch ein paar Punkte in Brasilien mitnehme, dann wäre das in meiner ersten vollen Saison eine ganz gute Bilanz", rechnete der ehemalige GP2-Champion vor. Die Zukunft des jungen Deutschen in der Formel 1 stand ohnehin nie auf der Kippe. Man hatte schon beim Einstieg ein längerfristiges Engagement vereinbart.

Für die Toyota-Mannschaft ist das Jahr 2008 endlich wieder einmal ein Jahr des Aufstiegs. Nach der verkorksten Vorsaison schaffte man mit momentan 52 Zählern das zweitbeste Ergebnis seit dem Einstieg in die Königsklasse. Und es könnte noch mehr folgen. "In Interlagos sind wir immer gut", versprach Technikchef Pascal Vasselon. "Wir fliegen also guter Dinge nach Brasilien und haben hohe Erwartungen. Unser Auto war eigentlich fast überall gut. In Interlagos sind die Reifen grundlegend wichtig."

Genau in diesem Bereich hatte sich Alleinausrüster Bridgestone im vergangenen Jahr verschätzt. 2007 brachte man die weichen und superweichen Reifen nach Brasilien und erlebte reichlich Probleme mit Blasenbildung. "Dieses Mal bekommen wir die etwas härteren Reifen. Die werden besser passen", freute sich Vasselon. "Es wird aber trotzdem ein hartes Stück Arbeit. Abgesehen von den Reifen kann man zu Interlagos nur sagen, dass es dort wenig heftig für die Bremsen ist und man halbwegs wenig Abtrieb fährt."

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