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Lauda versteht Positionswechsel bei Ferrari

19. Oktober 2008 - 13:17 Uhr

Niki Lauda stellt sich hinter das teamtaktische Vorgehen von Ferrari in Shanghai und favorisiert im WM-Kampf Gesamtleader Lewis Hamilton

Niki Lauda
Niki Lauda rechnet mit keinen Konsequenzen wegen Ferraris Strategie
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wenn zwei Ferrari-Piloten die Plätze tauschen, einer davon offensichtlich vom Gas geht und anschließend ein Resultat herauskommt, das für die Weltmeisterschaft günstiger ist als vor dem Wechsel, dann geht immer ein Raunen der Skepsis durch das Medienzentrum. So geschehen heute beim Grand Prix von China.

Doch TV-Experte Niki Lauda, 1975 und 1977 auf Ferrari Formel-1-Weltmeister, hofft, dass es wegen der schlecht vertuschten Teamtaktik von Felipe Massa und Kimi Räikkönen diesmal keine Konsequenzen geben wird: "Untersuchen können die Sportkommissare von mir aus. Wie ich über die denke, habe ich ja schon oft zum Ausdruck gebracht", gab der Österreicher in der Nachberichterstattung der Kollegen von 'RTL' zu Protokoll.

Als alles begann: Österreich 2002

"Barrichello wurde kurz vor der Ziellinie abgebremst, was wirklich blöd ausgeschaut hat."
Niki Lauda

"Dieser Strategiewechsel wurde seinerzeit verboten nach Schumacher und Barrichello in Österreich, als Barrichello kurz vor der Ziellinie abgebremst wurde, was wirklich blöd ausgeschaut hat", erinnerte sich Lauda an den Grand Prix auf dem A1-Ring im Jahr 2002. Damals hatte die FIA eine Million US-Dollar als Strafe von Ferrari kassiert. Jean Todts Funkspruch "Let Michael pass for the Championship" ist heute noch legendär.

Aber die heutige Situation war anders: "Für mich ist vollkommen logisch: Wenn ich zwei Autos habe, von denen eines noch Weltmeister werden kann und das andere nicht, dann mache ich es halt intelligenter. Heute wurde es intelligenter gemacht", so Lauda. "Das gehört einfach dazu in der Formel 1, wenn ich zwei Autos am Start habe. Das Resultat muss so bleiben, wie es ist, denn das ist logisch und dem kann jeder Zuschauer folgen."

Lob für "weltmeisterlichen" Hamilton

"Der McLaren-Mercedes ist gegen Ende des Jahres wesentlich schneller geworden als der Ferrari."
Niki Lauda

Lob hatte der dreifache Weltmeister indes für Sieger Lewis Hamilton übrig: "Das war eine weltmeisterliche Fahrt. Er hat nichts falsch gemacht, ist perfekt gefahren und der McLaren-Mercedes war das schnellste Auto. Der McLaren-Mercedes ist gegen Ende des Jahres wesentlich schneller geworden als der Ferrari. Wenn Lewis heute vollen Speed gefahren hätte, dann wäre er wesentlich weiter weg gewesen von den Ferraris."

Hamilton geht nun mit sieben Punkten Vorsprung auf Massa zum Grand Prix von Brasilien am 2. November. Da werden Erinnerungen wach, denn im Vorjahr waren sieben Punkte nicht genug, um gegen Räikkönen den Titel zu gewinnen. Aber für Lauda ist der McLaren-Mercedes-Pilot dennoch klarer Favorit auf den Titel: "Jetzt muss er es nur noch in São Paulo umsetzen, dann ist er ein würdiger Weltmeister", sagte der 59-Jährige.

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