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Lauda und Danner: Die deutschen Fahrer im Fokus

29. Oktober 2008 - 11:22 Uhr

Die beiden TV-Experten Niki Lauda und Christian Danner nehmen die deutschen Formel-1-Piloten unter die Lupe - Sebastian Vettel punktet reichlich

Niki Lauda und Christian Danner
Niki Lauda und Christian Danner vor ihrem Renneinsatz im Procar in Hockenheim
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Noch ehe die Formel-1-Saison in Brasilien zu Ende gegangen ist, zogen die beiden Fernseh-Experten und ehemaligen Rennfahrer Niki Lauda und Christian Danner Bilanz, welcher deutsche Fahrer sie in dieser Saison am meisten überzeugt hat. Die wenig überraschende Antwort: Sebastian Vettel. Der Youngster hatte vor wenigen Wochen im Toro Rosso für Furore gesorgt, als er den Großen Preis von Italien gewann. Doch auch die anderen Piloten wurden zumeist mit einem guten Zeugnis bedacht.

Einzig Nick Heidfeld, beim BMW Sauber F1 Team häufiger im Schatten von Teamkollege Robert Kubica, habe nicht so abgeschnitten, wie man sich das erwartet habe: "Er ist von seinem Teamkollegen entzaubert worden, weil der schneller ist - so einfach ist das", sagte Niki Lauda gegenüber 'Sport.de'. Christian Danner ergänzte: "Er hat ganz klar schlecht ausgesehen gegenüber seinem Teamkollegen und hat einige Male nur durch extremes Vabanquespiel auf der Strecke Punkte holen können."

Heidfeld enttäuscht, Glock überrascht

Zuletzt geschehen in Spa-Francorchamps, als Heidfeld noch in der letzten Runde auf Regenreifen umstieg und auf das Siegerpodest vorfuhr. Anders Nico Rosberg, der 2008 nur selten sein wahres Potential aufzeigen konnte - zu oft war sein Williams-Bolide einfach nicht stark genug. "Im Prinzip war er gut unterwegs, allerdings mit großen Durchhängern durch die Performance des Autos, wofür er nichts kann", meinte Lauda.

"Weil er aber auch selbst Fehler gemacht hat und der Williams nicht gut lief, ist er gleich doppelt in die Falle getappt. Das Jahr bedeutete Stillstand für ihn, nicht mehr und nicht weniger", so das Fazit des dreifachen Weltmeisters. Danner: "Nico ist für mich ein Siegertyp, und deshalb ist es fast schon tragisch, dass er noch beim Williams-Team hängt und Zeit verliert." Im Gegensatz zu Rosberg, darf Timo Glock auf eine tolle Saison zurückblicken.

"Timo hat mich immer wieder überrascht", musste Lauda gestehen. "Zuletzt war er wirklich gut unterwegs, er hat sich im Toyota-Team definitiv etabliert. Für mich war Timo hinter Sebastian Vettel der deutsche Fahrer, der am meisten gezeigt hat." Auch der ehemalige Formel-1-Fahrer Danner wusste die Leistung des Rookies zu schätzen: "Timo hatte am Anfang etwas Probleme, seinen Fahrstil auf den Toyota einzustellen."

Vettel als der große Newcomer

"Mittlerweile ist er auf Augenhöhe mit seinem Teamkollegen Jarno Trulli. Für Timo sehe ich eine sehr gute Zukunft, und im Moment ist er gut beraten, wenn er da bleibt, wo er ist." Den meisten Spaß hatten die beiden TV-Experten freilich mit Sebastian Vettel, der durch seine frische Art zu begeistern wusste: "Er ist die Sensation! Sein Talent, seine natürliche Art, mit dem Rennsport und dem ganzen Drumherum umzugehen, seine Freude an der Sache - über ihn kann man nur Positives sagen."

"Wenn er so weitermacht, kann er ein ganz Großer werden", ist sich Lauda sicher. Danner stieß ins gleiche Horn: "Sebastian ist einfach eine ganz besondere Fahrerpersönlichkeit, der nicht nur jung und lustig ist, sondern in der Summe all seiner Eigenschaften etwas bietet, was es in der Formel 1 noch nicht gegeben hat. Mittelfristig fährt er um die WM mit." Der fünfte im Bunde, Adrian Sutil, litt dagegen erneut unter der schwachen Performance seines Fahrzeugs.

"Er kann so gut wie nichts zeigen, weil sein Rennwagen nichts hergibt. Unmöglich deshalb, mehr über ihn zu sagen", meinte Lauda, Danner fand allerdings auch einige anerkennende Worte für den Force-India-Fahrer: "Es ist für Adrian Sutil ein sehr schwieriges Jahr. Schnell ist er, das wissen wir, allerdings hat er in dieser Saison auch einige Fehler gemacht. In Monaco hatte er eine Sternstunde, die sein ganzes Potenzial gezeigt hat."

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