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Hamilton fühlt sich mit Senna verbunden

31. Oktober 2008 - 12:04 Uhr

Lewis Hamilton gibt zu, dass er sich viel von seinem Vorbild Ayrton Senna abgeschaut hat: "Im Vergleich zu den anderen schien er keine Angst zu haben"

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton freut sich schon darauf, im Senna-Land ein Rennen zu fahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Es gibt vieles an Lewis Hamilton, was an den großen Ayrton Senna erinnert: der gelbe Helm, die kompromisslose Fahrweise, das McLaren-Team, die Besinnung auf die eigenen Wurzeln, wenn Fans stundenlang Schlange stehen und ein Autogramm wollen. Vor dem Saisonfinale in São Paulo sprach der heutige McLaren-Mercedes-Pilot erstmals ausführlich über seine Bewunderung für Senna.

Der 1994 verstorbene Dreifachweltmeister sei der "König" der Formel 1 und werde es auch immer bleiben, unterstrich Hamilton. In diesem Zusammenhang wies er noch einmal von sich, dass er gesagt haben soll, er sei jetzt schon ein besserer Rennfahrer als Senna vor seinem Tod. Sehr wohl gab Hamilton in einem Interview mit dem britischen Magazin 'Motor Sport' aber zu, dass er sich viel von seinem großen Vorbild abgeschaut hat.

Viel von Senna übernommen

"Ich habe auch das Gefühl, einen Schritt voraus zu sein."
Lewis Hamilton

"Ich hatte immer das Gefühl, eine besondere Verbindung zu ihm zu besitzen, dass wir einander irgendwie ähnlich sind", gab der McLaren-Mercedes-Pilot zu Protokoll. "Ich mache verrückte Sachen, die andere nicht machen, und ich habe auch das Gefühl, einen Schritt voraus zu sein. Ich glaube, dass ich etwas mit ihm gemeinsam habe. Von dem, wie er in Interviews und so weiter rübergekommen ist, scheine ich viel übernommen zu haben."

"Als Kind war ich Senna-Fan, weil sein Fahrstil ganz anders war als der der anderen Fahrer. Und er schien ein Draufgänger zu sein. Draufgänger ist vielleicht das falsche Wort, aber er ging immer aufs Ganze, um sicherzustellen, dass er ganz vorne liegt. Im Vergleich zu den anderen schien er keine Angst zu haben - er war ihnen einfach immer um diese eine Nasenlänge voraus", schwärmte Hamilton von Senna.

"Er war ein Kämpfer und er fuhr nie halbherzig. Er war immer auf der Suche nach der Perfektion - und ja, er war ein Krieger. Das habe ich an ihm geliebt", so der 23-Jährige, der gerade einmal neun Jahre alt war, als es am 1. Mai 1994 in Imola zur Tragödie kam. Immerhin hatte er davor bei einer Galaveranstaltung noch die Gelegenheit, Senna einmal persönlich zu treffen: "Diesen Tag werde ich mein Leben lang nicht vergessen!"

Keine Einschüchterungstaktiken

"Es gibt viele Fahrer, die andere Fahrer einschüchtern wollen."
Lewis Hamilton

Nur eine Sache teilt Hamilton nicht mit Senna: Während es zu den Werkzeugen des Brasilianers gehörte, seine Gegner einzuschüchtern, so hält er selbst nichts von so einer Strategie. Vielmehr möchte er die Konkurrenz ohne Einschüchterungstaktik schlagen: "Es gibt viele Fahrer, die andere Fahrer einschüchtern wollen. Ich könnte das auch tun, aber ich sehe keinen Sinn darin", teilte der Brite mit.

"Wenn mich jemand einschüchtern will, lache ich ihn aus. Wenn jemand so etwas tut, macht er sich meiner Meinung nach Sorgen. Sie tun das, um mich abzulenken oder um mein Selbstvertrauen zu brechen. Ich halte das für ein Zeichen der Schwäche - Schwäche im Kopf. Wenn du so etwas an dich heran lässt, dann werden die anderen dich kontrollieren. Ich will das nicht, denn ich glaube nicht, dass ich diese Schwäche besitze", so Hamilton.

Sennas Philosophie, die Gegner mit Leistung auf der Strecke einzuschüchtern, sei eine ganz andere und viel legitimere Methode als verbale Entgleisungen mit dem einzigen Ziel, den Gegner vom Wesentlichen abzulenken. Und Senna hatte damit Erfolg: Speziell die Überrundeten hatten vor ihm so großen Respekt, dass sie meistens sofort zur Seite fuhren und Platz machten, wenn der gelbe Helm in ihrem Rückspiegel auftauchte...

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