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Force India: Mallya träumt oder pokert

29. Oktober 2008 - 15:29 Uhr

Force India steht offenbar kurz vor einem Abschluss mit McLaren-Mercedes als technischem Partner - Doch Ferrari soll weiter Motoren liefern?

Logo
Kauft sich Force India die Konkurrenzfähigkeit für 2009 ein?
© Force India

(Motorsport-Total.com) - Aus den Aussagen von Force-India-Teilhaber Vijay Mallya muss man erstmal schlau werden. Auf der einen Seite stellt der indische Milliardär einen spektakulären Deal mit McLaren-Mercedes in Aussicht, der ihm weitreichende technische Zusammenarbeit bis hin zu einem Kundenauto gewährleisten soll. Auf der anderen Seite verhandelt man mit dem aktuellen Motorenlieferanten Ferrari über eine Verlängerung des Vertrages und treibt in den heimischen Werkhallen den Bau eines eigenen Autos für 2009 voran.

Natürlich muss sich Force India für den Fall rüsten, dass man den Kundenautos ab 2009 eine endgültige Absage erteilt. Daher ist die Konstruktion eines eigenen Neuwagens auch logisch. Dennoch sagte Mallya mehrfach: "Wir stehen kurz vor der Verkündung eines Deals." Dass es sich dabei um ein Abkommen mit McLaren-Mercedes handelt, ist schon längere Zeit kein Geheimnis mehr.

Mallyas Traum hängt von einem Treffen der "Formula One Teams Association" (FOTA) mit der FIA nach dem Saisonfinale in Brasilien ab. Sollte man sich dort darauf einigen können, dass in der Formel 1 die Verwendung von fremdkonstruierten Bauteilen bis hin zum kompletten Kundenchassis (Modell Toro Rosso 2008) im kommenden Jahr legal bleiben, kann Force India sein Logo auf die McLaren-Mercedes-Teile kleben. Gleichzeitig erhielte Technikchef Mike Gascoyne einen kräftigen Tritt vors Schienbein, denn seine Arbeit bezüglich 2009 wäre für die Katz.

Vijay Mallya Martin Whitmarsh
Vijay Mallya und McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh: Deal schon perfekt?
© xpb.cc

Noch verwirrender wird es, wenn man Mallyas Aussagen über den Motordendeal für 2009 folgt. "Eines steht fest: Wenn wir uns würdevoll aus der Affäre gezogen haben, dann lag das an den Ferrari-Motoren. Sie sind die besten Teile an unseren Autos", setzte der Inder einen weiteren Verbal-Torpedo vor den Gascoyne-Bug. "Es ist nun einmal so, dass Ferrari und Mercedes die bestmöglichen Optionen für 2009 sind. Es gab Gespräche mit dem deutschen Hersteller, das gebe ich zu. Aber ich hoffe, dass wir mit einem Triebwerk weitermachen können, welches in Maranello gebaut wird."

Also stellt sich Mallya tatsächlich ein McLaren-Kundenchassis mit Ferrari-Motor vor? Aus technischer Sicht vielleicht ein Traum - aber doch alles andere als eine reale Konstellation. Fest steht: Gemeinsam mit Einsatzpilot Giancarlo Fisichella - der sich eindeutig für italienische Motoren ausspricht - geht man in weitere Verhandlungsrunden mit Ferrari um sich deren PS auch für 2009 zu sichern. Sollte man dabei zu einer Einigung kommen, bleibt immer noch die Frage, ob es tatsächlich Bauteile von McLaren-Mercedes geben wird.

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