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Theissen: Motoren nicht antasten

26. September 2008 - 09:28 Uhr

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen ist gegen eine Veränderung an den aktuellen Formel-1-Triebwerken - Kosten könnten explodieren

Motor Engine
Die Renault-Techniker haben den Motor nach eigenen Angaben nicht angerührt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als Flavio Briatore eine Ahnung davon bekam, dass sein Renault-Motor vielen anderen Formel-1-Triebwerken unterlegen sein könnte, war der Aufschrei groß. Der Italiener zögerte kaum eine Sekunde, bevor er sich über die Entwicklungen anderer Hersteller beklagte. Einige Teams sollen offenbar unter dem Deckmantel von Zuverlässigkeitsproblemen und Sparpotenzialen diverse Bauteile an ihren Motoren geändert und dabei so ganz nebenbei die Leistung optimiert haben. Das Renault-Team habe sich dagegen konsequent an die Regeln der eingefrorenen Motoren gehalten, hatte Briatore betont.

Von den Renault-Sorgen ist gleichzeitig auch Red Bull betroffen, die auf französische Triebwerke setzen und zuletzt deutlich gegen den baugleichen Toro Rosso samt Ferrari-Motor ins Hintertreffen gerieten - ein vermeintlicher Indikator. Die Forderung nach einer "Niveau-Regulierung" der Motoren wurde platziert. Die Hersteller sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Treibsätze leistungsmäßig wieder auf ein gemeinsames Niveau zu bringen.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen weist diese Forderungen strickt zurück: "Der Nachteil ist, dass wenn wir die Motoren auftauen, die Kosten sofort in die Höhe schießen werden. Und das passiert dann für Maschinen, die wir nur für die kommenden drei oder vier Jahre benutzen. Mein Vorschlag wäre, kein weiteres Geld in die Entwicklung dieser Motoren zu stecken und stattdessen lieber in die Forschung hinsichtlich der nächsten Motoren-Generation zu investieren."

Nach Ansicht von Theissen sei das Thema Motorleistung zuletzt viel zu hoch gekocht worden. "Die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Triebwerken ist nicht allzu groß, aber das Thema ist in jüngster Vergangenheit sehr aufgebauscht worden. Ich glaube nicht, dass dies ein entscheidender Faktor in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit ist." FIA-Chef Max Mosley war sogar noch einen Schritt weiter gegangen als Briatore. Der Brite hatte sogar einen Einheitsmotor für die Formel 1 in Betracht gezogen und mit diesem Vorschlag teils für Entrüstung gesorgt.

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