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Williams: Streit um Motorenentwicklung überflüssig

08. August 2008 - 18:00 Uhr

Im Streit um die angebliche Weiterentwicklung mancher Formel-1-Triebwerke bewahrt Frank Williams Ruhe: "Manche sind eben besser als andere"

Frank Williams (Teamchef)
Frank Williams geht mit der Diskussion um Motorenentwicklung entspannt um
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Flavio Briatore schäumte vor Wut. Als der Renault-Teamchef Anhaltspunkte für eine Leistungszunahme anderer Formel-1-Triebwerke fand, klagte er lautstark. "Renault hat sich strickt an die Regel der eingefrorenen Motoren gehalten und jetzt gehen wir vor die Hunde. Andere haben sich nicht daran gehalten, haben jetzt einen Vorsprung und wir leiden. Das ist nicht fair", tobte der Italiener in der 'Gazzetta dello Sport'. Unter dem Deckmantel von Zuverlässigkeitsproblemen soll angeblich der ein oder andere Hersteller ein paar PS mehr herausgekitzelt haben.

Auch Toyota hatte betont, dass man sich wort-wörtlich an die Regeln gehalten habe und dadurch möglicherweise im Bereich Leistung und Fahrbarkeit ins Hintertreffen geraten sei. Entsprechend gilt dies dann auch für Williams. Doch Teamchef Frank Williams hegt deswegen noch lange keinen Groll. Eher amüsiert gab er im Gespräch mit 'autosport.com' zu Protokoll: "Es ist eine sensible Angelegenheit." Der Brite ließ eine interessante Geschichte folgen.

"Es ist wirklich nur eine Anekdote, aus zweiter oder dritter Hand. Es heißt, dass einer der Red-Bull-Piloten aus seinem Renault (Red Bull; Anm. d. Red.) in den Ferrari (Toro Rosso; Anm. d. Red.) gesprungen sei und sagte: 'Das ist ja die Hölle!'. Ob das so stimmt oder nicht, weiß ich nicht. Das ist keinerlei Anklage in Richtung Ferrari", erzählte Williams. Nicht nur bei der italienischen Mannschaft wurde der Verdacht geäußert, dass man eventuell an Leistung zugelegt habe, sondern auch bei anderen Teams wurde entsprechendes gemunkelt.

Renault-Motor
Der Renault-Motor ist nach Angaben von Flavio Briatore nicht angerührt worden
© xpb.cc

"Das funktioniert so: Du erstellst einen Bauplan deines Motors und schickst diese Zeichnungen an die FIA, die diese behält. Dann, nach etwa der halben Saison, machen dir die Kolbenringe Probleme und es sind ganz viele kaputt gegangen. Dann kannst mit du mit Zeugen, die bestätigen, dass du Probleme hast, die Kolbenringe mit Zustimmung der FIA ändern, oder auch andere Teile", erklärte Williams das mögliche Vorgehen mancher Motorenhersteller.

"Manche sind eben mutiger als andere wenn es darum geht zu behaupten, dass etwas schief läuft und man etwas ändern muss. Es betrügt keiner, aber manche Leute biegen die Regeln und wissen genau, wo sie damit aufhören müssen. Andere Leute denken nicht einmal im Traum daran, irgendetwas da herauszuholen."

Im Gegensatz zu Briatore ist das mögliche Vorgehen der Motorenentwickler für Williams kein Grund für Streit. Nach seiner Ansicht müsse die FIA keinesfalls einschreiten: "Wir haben nicht den geringsten Grund. Einige Motoren sind eben besser als andere. So ist das Leben."

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